| 17.26 Uhr

Feuer im Chempark Leverkusen
Entwarnung für die Bevölkerung: Proben ungiftig

Entwarnung nach Brand in Leverkusener Chempark
Leverkusen. Im Chempark war in der Nacht zum Sonntag ein Feuer ausgebrochen. In Leverkusen und Teilen von Köln sollten Türen und Fenster geschlossen bleiben. Um 4 Uhr morgens gab der Katastrophenschutz Entwarnung. Der Rauch war ungiftig. Am Sonntagnachmittag gibt es auch Entwarnung für die genommenen Rußproben. Von Ulrich Schütz

Wie der Chempark am Sonntagnachmittag bekannt gab, hat es durch den Brand bei Momentive keine Auswirkungen auf die Bevölkerung gegeben. Den Hinweisen aus der Nachbarschaft sei nachgegangen worden, die Untersuchung der Proben aus dem Chempark-Umfeld habe ergeben, dass sie unkritisch waren.

Etliche Chempark-Mitarbeiter der Samstag-Nachtschicht hatten Glück: Bei dem Großbrand eines Wiesdorfer Abfüllbetriebes der Firma Momentiv gab es keine Verletzten. "Wir vermissen auch niemanden", sagte Chempark-Leiter Ernst Grigat zu dem Unglück in Wiesdorf. Wieviele Mitarbeiter beim Ausbruch des Feuers vor Ort waren, sagte Grigat bei der Pressekonferenz um ein Uhr Sonntagnacht nicht.

Rauch über Chemiepark Leverkusen FOTO: Uwe Miserius

Bis zu 120 Feuerwehrleute des Chemparks sowie der Städte Leverkusen und Köln waren im Einsatz. Sie kämpften stundenlang gegen die Flammen. Schwarzer Rauch zog in Richtung andere Rheinseite nach Köln. Speziell die Anwohner von Langel, Rheinkassel und Merkenich wurden bis weit nach Mitternacht aufgefordert, in Gebäuden zu bleiben, Türen und Fenster geschlossen zu halten. Ein Abbruch der Jazztage-Veranstaltung mit rund 2000 Besuchern im Forum war aus Behördensicht nicht nötig.

Gegen 4 Uhr am Morgen nahm der Katastrophenschutz die Warnung dann zurück. Fenster und Türen durften wieder geöffnet werden und die Menschen wieder ins Freie. Der Rauch sei unbedenklich. Zu möglichen giftigen Stoffen erklärte Chempark, Luftmessungen hätten "keine Auffälligkeiten" gezeigt. Der strenge Geruch sei auf Rußbildung zurückzuführen. Die Nachlöscharbeiten dauerten bis zum Sonntagmorgen an. "Hier und da flammten immer noch kleine Brandnester auf", sagte ein Sprecher des Chempark-Betreibers Currenta unserer Redaktion. Die Polizei hat den Brandort noch nicht begutachtet, noch hat die Feuerwehr ihn nicht freigegeben. Eine Info-Hotline ist weiter gschaltet: 0214-3099333.

Handy-App "Nina" löste Alarm aus

Um 20.24 Uhr ging der Feueralarm bei der Chempark-Feuerwehr ein. In dem mehrstöckigen Betrieb fraß sich das Feuer schon durch Erdgeschoss und 1. Etage. Siloxane und Lösungsmittel waren bei Umfüllarbeiten in Brand geraten. In dem Gebäude lagern vor allem flüssige Vorprodukte für Oberflächenbeschichtungen und Kosmetika, berichtete Chempark-Chef Grigat. Die Feuerwehren Köln und Leverkusen lösten über die Handy-App "Nina" Katastrophenalarm aus. Es gab Warnungen über den Rundfunk und durch Sirenenalarm.

"Wir wussten ja zunächst nicht, ob die Bevölkerung in Gefahr war", sagte Leverkusens Feuerwehrchef Hermann Greven in der Nacht. Die Teams von acht Messwagen analysierten aber keine Gefahrenwerte außerhalb des Chemparks Leverkusen. Gegen ein Uhr Sonntagnacht war das Feuer unter Kontrolle, allerdings brannte es immer noch in der ersten Etage des Betriebes. Selbst um zwei Uhr wurden weitere Feuerwehrleute zum Einsatzort gebracht, damit sie die ersten Feuerwehrteams ablösen konnten. Auch frisch gefüllte Atemschutzgeräte wurden nachgeliefert. Die Brandursache sei noch unbekannt, sagte Grigat bei der Pressekonferenz.

Zwischenzeitlich musste Chempark-Betreiber Currenta bei den Wasserwerken "Rheinalarm" auslösen: Einige Mengen Löschwasser waren über die Kaimauer in den Rhein geflossen. Grigat sprach von etwa einem Prozent der Gesamtmenge. Zu diesem Zeitpunkt waren die Löschwasser-Auffangtanks restlos voll. Die Feuerwehren versuchten, mit Sandsäcken und mobilen Auffanganlagen das weitere Löschwasser vom Rhein fernzuhalten.

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