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Leverkusen
Covestro feiert ersten Konzerngeburtstag

Leverkusen: Covestro feiert ersten Konzerngeburtstag
Finanzvorstand Frank H. Lutz (l.) und Covestro-Vorstandschef Patrick Thomas schneiden gemeinsam die Torte zum ersten Geburtstag des Unternehmens an. FOTO: Covestro
Leverkusen. Zum 1. September 2015 war die Abspaltung der einstigen Bayer-Kunststoffsparte vollzogen, einen Monat später ging es für Covestro an die Börse, zwei Monate später bereits in den MDax. Ein Jahresrückblick. Von Ludmilla Hauser

Dass die Torte zum ersten Geburtstag nur ein- oder zweistöckig wird, das hätte vielleicht bei Lanxess (Firmenfarbe rot und schwarz) oder Bayer (grün und blau) funktioniert. Aber bei Covestro musste die Geburtstagstorte zwangsläufig etliche Etagen mehr haben - der Konzern hat sich für die Farben des Regenbogens im Firmenlogo entschieden. Denn die Werte seines jungen Unternehmens hat Konzernchef Patrick Thomas so definiert: Covestro stehe für "curious, colourful, couragous" - eben neugierig, farbenfroh, mutig. Da passe die bunte Optik perfekt.

Anfang September ist der Konzern ein Jahr alt geworden - im September 2015 hatte sich die Abspaltung der Kunststoffsparte MaterialScience von der ehemaligen Konzernmutter Bayer vollzogen. Das "Mantra", das Patrick Thomas für seinen Konzern im vergangenen Jahr ausgab: "Ich bin überzeugt von einer guten Zukunft für Covestro."

Dieser Satz gibt a) 170.000 Covestro-Mitarbeitern offenbar Selbstvertrauen - und stimmt b) bisher ziemlich genau auf das erste Jahr Konzerngeschichte. "Mit dem größten Börsengang in Deutschland seit dem Jahr 2000 hat sich der Konzern am internationalen Kapitalmarkt etabliert", wie die Firmenzentrale berichtet.

Im Oktober 2015 ging das Papier an die Börse, einen Monat später hatte es um 18 Prozent zugelegt, der Aktienkurs hat sich gemessen am anfänglichen Ausgabepreis von 24 Euro mittlerweile fast verdoppelt. Wenige Monate nach dem Börsengang stieg die Aktie in den MDax auf. Dort ist auch das aus dem Dax gerutschte Lanxess-Börsenpapier beheimatet. Vorstands-Chef Patrick Thomas fasst die bisherige Geschichte seines Konzerns so zusammen: Covestro sei ein Start-up im XL-Format. Und eines, das vorerst in Leverkusen bleiben will. Am Standort werden vor allem Rohstoffe für Lacke, Kleb- und Dichtstoffe hergestellt, die in Bereichen wie der Auto- und Bauindustrie benötigt werden. Der Konzern will erweitern: Im Chempark sollen ein weiteres Bürogebäude und ein Parkhaus gebaut werden, heißt es jetzt.

Patrick Thomas sieht das als Standortbekenntnis an. Einem Standort, an dem der Manager am liebsten einen ICE-Halt sähe und bereit wäre, dazu auch einen Beitrag zu leisten, wie er Ende vergangenen Jahres andeutete.

Klar, in dem Jahr war nicht alles rosa: Die teils volatile Lage im Kunststoffgeschäft, die CO-Pipeline zwischen Dormagen und Krefeld, der Düker unter dem Rhein, durch den Covestro ebenfalls Kohlenmonoxid (CO) zwischen Leverkusen und Dormagen transportieren lässt, ruft Kritiker immer wieder auf den Plan. Dies kennt der Brite Thomas. Er war zuvor lange Jahre Chef des gerade in der Wirtschaftskrise um das Jahr 2009 stark gebeutelten dritten Bayer-Standbeins BMS.

Schon damals begann das Unternehmen davon zu träumen, aus dem Treibhausgas Kohlendioxid einen Rohstoff zu machen. Auch noch im ersten Jahr des Konzernbestehens erfüllt sich Covestro diesen Traum, nahm im Sommer in Dormagen eine solche Anlage in Betrieb. "In Kürze kommt voraussichtlich ein CO2-basiertes Vorprodukt auf den Markt zur Herstellung von Polyurethan-Schaumstoff für Matratzen und Polstermöbel", heißt es von Covestro. Das Unternehmen selbst will bis 2025 den Ausstoß an Treibhausgasen pro Tonne produziertes Material im Vergleich zu 2005 halbieren.

Wie der Konzern Nachhaltigkeit und Innovation künftig noch zusammenbringen will, soll sich im nächsten Monat zeigen, dann tritt Covestro zum ersten mal als eigenständiges Unternehmen bei der Kunststoffmesse K in Düsseldorf auf. Wahrscheinlich mit einem regenbogenfarbenfrohen Messestand.

Quelle: RP
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