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Leverkusen
Currenta bietet Schülern in den Ferien Chemie zum Anfassen

Leverkusen. Man nehme 67 Gramm Haushaltszucker, füge eine Spatelspitze Weinsäure hinzu und löse das Ganze mit 33 Millilitern Wasser. Wer gerade einen Magnetrührer zur Hand hat, erwärme die trübe Flüssigkeit danach durch Rühren auf 75 Grad. Nach einer halben Stunde entsteht eine klare Lösung und Invertzucker. Sieben Schüler ab 15 Jahren durften gestern mischen, rühren und erhitzen, was das Ausbildungslabor von Chemparkbetreiber Currenta hergab: Auf die vorgeschriebene Weise stellten sie blaue, rote und grüne Gummibärchen her. Und heute wollen sie sich sogar an deren mehrfarbige Artgenossen heranwagen. Von Ina Bodenröder

Die fünf Jungen und zwei Mädchen nehmen am zweitägigen Ferienprogramm des zdi-Netzwerkes "cLEVer" für Kinder und Jugendliche aus der Region Rhein-Wupper teil. Die Organisatoren konnten für die Aktion in diesem Sommer erstmals die Currenta gewinnen. "Essen dürfen sie die Gummibärchen hinterher allerdings nicht", gestand Christian Rother, Currenta-Ausbilder der Chemielaboranten. Zwar würde wahrscheinlich nichts passieren, aber die Hygienestandards des Labors, in dem sonst die Azubis von Bayer, Lanxess und anderen Unternehmen lernen, entsprächen nicht denen eines Lebensmittelherstellers.

Viel mehr als um das klebrige Naschwerk geht es in dem Ferienangebot aber darum, potenzielle Auszubildende in den Beruf hineinschnuppern zu lassen. "Das Berufsbild des Chemielaboranten ist ziemlich abstrakt und vielen nicht bekannt", sagte Rother. Außerdem seien viele Schüler entweder ganz oder gar nicht für Chemie zu begeistern. Sebastian Schluck (15) zählt wohl mehr zur zweiten Gruppe. Das hat ihn aber nicht davon abgehalten, sich das Ganze näher anzuschauen und sich ein realistisches Bild von der Arbeit eines Chemielaboranten zu machen. "Ich finde es schon spannend zu sehen, wie Chemie eigentlich funktioniert. Aber ich glaube, dass ich später eher ins Handwerk möchte", sagte der Schüler.

Josie Praus hat ihre Entscheidung getroffen. Sie ist angehende Chemielaborantin und betreut die Schüler. "Ich habe bereits zwei Jahre Chemie studiert, aber das war mir zu theoretisch", sagte die 21-Jährige. Das zdi-Netzwerk will auch zukünftig in den Ferien Angebote für Schüler in der Berufswelt machen. Informationen: www.zdi-portal.de.

Quelle: RP
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