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Leverkusen
Dach der Morus-Kirche ist nicht zu retten

Leverkusen: Dach der Morus-Kirche ist nicht zu retten
An fünf Stellen öffneten gut gesicherte Fachleute das Morus-Kirchdach für Prüfungen. FOTO: UM
Leverkusen. Das Flachdach der St.-Thomas-Morus-Kirche in Schlebusch ist nicht mehr zu retten. Allerdings hoffen alle Beteiligten, dass die unter Denkmalschutz stehende Kirche aus den 1960er Jahren weiter bestehen bleibt. Dafür prüften nun Spezialisten das angeknackste Gebälk. Dachdecker Johann Heinen verkündete die vorerst gute Nachricht: "Die neuen Öffnungen haben ergeben, dass keine neuen Abrisse da sind. Es gibt natürlich enorme Durchbiegungen, aber insgesamt sieht es gut aus." Von Tobias Falke

Seit rund zwei Wochen besteht Betretungsverbot für das katholische Gotteshaus in Schlebusch. Dort ist das Flachdach des Kirchenbaus um rund 30 Zentimeter abgesackt (wir berichteten). Offenbar hatte Regenwasser das Ganze ausgelöst. "Durch den Bruch eines tragenden Balkens hatte sich das Kirchendach abgesenkt. In der entstandenen Mulde auf dem Flachdach sammelte sich im Zuge der starken Regenfälle Wasser. Diese Gewichtszunahme drückte das Dach weiter ein und es drohte einzustürzen. Regenwasser drang in erheblichem Maße in den Kirchenraum ein", heißt es aus der Gemeinde. Wie hoch sich die Schadenssumme beläuft, steht weiterhin noch nicht fest.

Jetzt sagt Dachdecker Heinen, die Einsturzgefahr sei geringer als bisher gedacht. Allerdings merkt er auch an: "Das Dach ist wirklich nicht mehr zu retten - die Kirche aber schon." Die provisorischen Stahlträger, die in der vergangenen Woche befestigt wurden, halten zusätzlich die Kirche zusammen. Des Weiteren wurden bereits Löcher in das Dach gebohrt, um das angestaute Regenwasser abzuleiten. Dass Leverkusen bisher von größeren Schneefällen verschont blieb, sei im Kirchenfall gut, "denn durch Schnee hätte es vermutlich noch einmal weitere starke Schäden gegeben", hatte Erzbistums-Sprecher Michael Kasiske bereits vergangene Woche betont.

Die Morus-Kirche ist ein Neubau, steht aber bereits seit 1995 unter Denkmalschutz. Aber wie kann es bei einem modernen Kirchenbau zu solch einem Einsturz kommen? Dachdecker Johann Heinen geht von einer Materialermüdung aus. Die Statik wäre damals sehr spitz gerechnet worden, heute würde man bei den Berechnungen mehr Puffer nach oben setzen.

Sobald Statiker demnächst den Innenraum freigegeben haben, werden Gerüste bis unter die Decke gebaut. Von dort aus sollen dann Decke und Dach Stück für Stück entfernt werden. Wann die Freigabe für die Abrissarbeiten erfolgt, stehe noch nicht fest, hieß es jetzt von den Fachleuten.

Quelle: RP
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