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Leverkusen
Familiencafé Klamauk in Schlebusch eröffnet

Leverkusen. Giusi Fagone (40) hat vor kurzem das erste Familiencafé in Leverkusen eröffnet. Im "Café Klamauk" in Schlebusch verbringen Eltern und Kind zusammen ein Stück Freizeit. Hier erfüllten sich alle Wünsche, die moderne Familien haben. Von Jessica Balleer

Wie ein Magnet scheint das Eckcafé auf Mütter mit Kinderwagen zu wirken. Als wären sie lange durch Schlebusch spaziert, hätten geschoben und gesucht, um endlich einen Ort zum Ankommen zu finden.

Drinnen strahlen pastellfarbene Wände auf die stylische Einrichtung. Alles ist hell, alles modern. Und die unterschiedlich großen Holztische sind mehr als ein praktisches Angebot. Hier findet der alleinerziehende Elternteil einen Platz zum Entspannen, dort kann sich die PEKiP-Gruppe oder eine Großfamilie ausbreiten. Sie lesen Bücher, trinken eine Soja-Latte oder den grünen Obst-Smoothie aus dem Thermomix - und die Kinder? Die spielen seelenruhig. In der Spielecke mit Kinderküche, Bauklötzchen und Straßenteppich.

Die allgemeine Zufriedenheit im "Café Klamauk" ist vor allem Inhaberin Giusi Fagone anzusehen. Jedes Detail hat die ehemalige Controllerin einer Modefirma geplant, hat den Businessplan für das Familiencafé vor einem Jahr selbst geschrieben: Geburtenrate, Familienzuzug und das Potenzial der Bergischen Landstraße kalkuliert. Und selbst die stilvolle Gestaltung ist ihre Handschrift. Giusi Fagone hat Kopf und Herz. Aber wie sieht sie aus, die richtige Atmosphäre, wenn es heutzutage um die Familie geht?

"Früher musste immer jemand Gastgeber spielen, wenn wir Mütter uns treffen wollten", sagt Fagone. Die zweifache Mutter spricht aus Erfahrung. Ihr Café sollte ein Treffpunkt für Gleichgesinnte werden - ob Groß oder Klein. Dass nun sogar Senioren auf einen Kaffee vorbeikommen, ganz einfach, um den Kindern beim Spielen zuzusehen, hätte Fagone nicht gedacht.

Der Laden läuft, weil er den Ansprüchen der modernen Familie genügt: Die Freizeit der Kinder kann hier mit der Freizeit der Erzieher verschmelzen. Der Spielbereich spiegelt diese Liebe zum Detail wider. Zur Kinderküche gehört kein Plastik, sondern selbstgehäkelte Utensilien. Holzspielzeug und Bücher wecken das Interesse der Kleinen, während die Erwachsenen in Ruhe Zeitung lesen und sich unterhalten.

Andra Pütz hat einen Café Latte bestellt. Seit der Eröffnung ist sie fast täglich hier. Zumindest dann, wenn sie gerade nicht Teilzeit im Büro arbeiten muss. "Natürlich ist man mit Kind zu hundert Prozent Mama", sagt die 37-Jährige. "Aber nicht so gluckenhaft wie früher. Ich habe ja auch ein eigenes Leben." Das sagt sie nicht rechtfertigend, sondern wirkt irgendwie gelöst. "Und ich kann hier meinen Kaffee austrinken."

Was sie und andere Mütter und Väter im Café Klamauk finden, ist Zeit für sich - nicht trotz, sondern mit der Familie. Auch in den mit den Kindern verbrachten Stunden verwirklichen sie sich heute selbst, wenn der Rahmen dafür stimmt. An der Bergischen Landstraße stimmt er, dank Giusi Fagone. "Im Café lerne ich Leute kennen und es schaut keiner schief, wenn mein Sohn mal schreit", sagt Caroline Janotta (31). Dabei schläft der vier Monate alte David-Lewis gerade seelenruhig im Kinderwagen. Und auch sonst ist es nicht laut, obwohl am Nachmittag kein freier Stuhl mehr zu sehen ist.

Spielgeräusche der Bauklötze oder aus der Kinderküche sind zu hören. Streit sei selten. Es sei ihr fast "unheimlich", sagt Mutter Andra, wie ruhig und friedlich die Kinder im Umgang miteinander seien. Doch eines hat sich nicht verändert. Weil Wohlgefühl untrennbar mit Genuss zusammenhängt und Essen nach wie vor ein Synonym für Familie und Zusammensein ist, wird in der kleinen Küche im Café frisch gekocht. Die Speisekarte verspricht "Yummi Yummi Leckerlichkeiten".

Zum Frühstück etwa gibt es "Schabernack". Herzhaft, süß oder fruchtig leicht wird es mittags. Snacks gibt es auch. "Der Renner sind Kuchen, Waffeln und Crèpes am Nachmittag", sagt Giusi Fagone. Am frühen Abend ritschen die Reißverschlüsse und rollen die Wagen heraus. Die Familien hinterlassen das übliche Schlachtfeld aus Bauklötzchenruinen und letzten Krümeln. Es geht zurück ins private Glück, in den eigenen vier Wänden.

Quelle: RP
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