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Leverkusen
Das große Zittern um die Gütergleisverlegung

Leverkusen: Das große Zittern um die Gütergleisverlegung
Das Gütergleis liegt heute noch links neben der grün markierten Zone (zwischen Punkten 1 und 7). Die Güterzugstrecke soll bis 16. Dezember an die Personenzug-strecke verlegt werden, damit wird die Fläche für Bebauung frei. FOTO: Stadt
Leverkusen. Innerhalb der nächsten zehn Monate soll die Güterzugstrecke im Bereich Opladener Bahnhof an die Personenzugstrecke verlegt werden. Doch der Zeitplan für eines der wichtigsten Projekte der städtischen Bahnstadt-Gesellschaft ist in Gefahr.  Von Ulrich Schütz

Am 16. Dezember wird der erste Güterzug über die neuen Gleise rollen. So sieht es jedenfalls der heutige Zeitplan vor, den die städtische Bahnstadt-Gesellschaft und die Bahn mit den Baufirmen vereinbart haben. Seit 29. Januar steht ein großes Fragezeichen hinter diesem Fertigstellungstermin, teilt die Bahnstadt am Freitag mit. Die Arbeitsgemeinschaft der Baufirmen THG/Amand meldeten Schwierigkeiten an, den "Inbetriebnahmetermin" zu halten. Bahnstadt und Bahn sehen dagegen keine Gefahr.

Was gehen mich die Gütergleise in Opladen an, werden sich Bürger nun fragen. Fakt ist: Die Neunutzung des ehemaligen Bahnwerkstättengeländes und des heutigen Areals zwischen Bahnhof Opladen und Opladen-Mitte zählt derzeit zu den größten Strukturprojekten in NRW. In Opladen entsteht ein neues Viertel. Die Bebauung des alten Bahnwerkes mit Wohnhäusern und Gewerbebetrieben ist weit fortgeschritten. Die Gütergleisverlegung ist nun Voraussetzung, den zweiten wichtigen Teil des Bahnstadt-Gesamtprojektes anzugehen. Nach der Gleisverlegung wird die Fläche zwischen heutiger Bahnallee und Bahnhof Opladen als Fläche frei für Wohn- und Gewerbebetriebe. Und, ganz wichtig: Es wird dort die "neue Bahnallee" als Umgehungsstraße für Opladen-Mitte gebaut.

Der Verlauf der neuen Straße ist schon zu sehen: Die derzeitige Baustraße zwischen Bahnhof Opladen und Fixheider Straße/Bender wird später zur Umgehungsstraße erweitert.

Das gesamte Baufeld ist aber brisantes Gelände. Im Zweiten Weltkrieg belegten es die Alliierten mit Bombenteppichen. Deshalb wurde das Gebiet durch Experten von Spezialfirmen und vom Kampfmittelräumdienst auf Blindgänger untersucht. Es ist eine Art Rasterfahndung, bei der allerdings nicht jeder Zentimeter überprüft wird. Überraschungen, wie die Bombe an der Bahnbrücke bei Bender, sind deshalb nicht ausgeschlossen. Die Entschärfung bedeutet Zeitverlust, reklamieren die Baufirmen laut städtischer Mitteilung von gestern. Weitere Verzögerungen seien bisher entstanden durch: - zu späte Übergabe von Plänen

- verzögerte Übergabe des Baubereiches "Bahnhof Opladen"

- zu späte Einweisung in die Lage der Kabel auf dem Bahngelände. Dies seien die wichtigsten Punkte, warum die Baufirmen vor den Terminschwierigketen gewarnt hätten, berichtete gestern Bahnstadt-Geschäftsführerin Vera Rottes unserer Redaktion. "Ich bin zuversichtlich, dass wir den Fertigstellungstermin schaffen", betonte sie. Bahnsprecher Torsten Nehring ergänzte sinngemäß: "Wir schaffen das, unsere Fachleute sind noch nicht nervös." Bei solchen großen Projekten kämen diese Vorgänge durchaus vor.

Geschäftsführerin Rottes fordert: Wenn die Baufirmen die Arbeitsabläufe straff organisierten, sei die Einhaltung der geplanten Zeitschiene noch möglich. Private Sachverständige bestätigten der Bahn, dass dies realistisch ist. Rottes kennt sich mit Problemen in der Bahnstadt aus: Mehrfach seien sie bei den Bauarbeiten auf vergessene unterirdische Tanks oder Bunker gestoßen. Da müsse man als Baumanager flexibel reagieren und bis zur Beseitigung der Hindernisse eben an anderen Stellen weitermachen.

Jetzt verhandeln Bahn, Bahnstadt und Baufirmen im "Streitbeilegungsverfahren" über das weitere Vorgehen.

Quelle: RP
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