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Ausblick
Das ist Leverkusenern für 2016 besonders wichtig

Ausblick: Das ist Leverkusenern für 2016 besonders wichtig
Das Thema, wie es mit den Flüchtlingen weitergeht, ist für viele der von unserer Redaktion befragten Leverkusener in diesem Jahr von besonderer Wichtigkeit. FOTO: Uwe Miserius (Archiv)
Leverkusen. Für das neue Jahr wünschen sich viele Leverkusener eine gelungene Integration der Flüchtlinge und natürlich persönliche Gesundheit. Von Gundhild Tillmanns

Was ist mir wichtig im neuen Jahr?, fragte unsere Redaktion bekannte und weniger bekannte Menschen aus den unterschiedlichsten Bereichen in der Stadt.

Heinz-Peter Teller (Stadtdechanat) möchte mehr "tragfähige menschliche Beziehungen pflegen", wie er sagt. Darunter verstehe er richtige Freundschaften: "Mann kann auch immer unter Leuten sein, aber trotzdem einsam", verdeutlicht der Geistliche, der sich für 2016 vornimmt, nicht mehr fast ausschließlich von Termin zu Termin zu hetzen. Gerade für das Älterwerden brauche man richtige Freundschaften, sagt der 51-Jährige.

Jannis Riebschläger (Weltenbummler) Der 19-jährige Hitdorfer hält sich zur Zeit in Nepal auf, wo er als Freiwilliger in einer Drogenentzugsklinik mitarbeitet. Er hat außerdem eine besonders harte Schweigemeditiation hinter sich gebracht und hat dabei viel nachdenken können. Jannis sagt: "Obwohl ich das Reisen liebe, habe ich gemerkt, dass mir auch Heimat viel bedeutet. Daher werde ich mir im neuen Jahr mehr Zeit für meine Freunde und Familie nehmen. Außerdem merke ich, dass ich meine Erlebnisse besser genießen kann, wenn ich nicht noch die ellenlange To-do Liste im Hinterkopf habe, weshalb ich anfangen werde Arbeit und Freizeit bewusster zu trennen." In seinem Blog Jannislife.de berichtet er weiterhin über seine Reiseerlebnisse.

Peter Wilhelmi (Wirtschaftssenior) Nach einer plötzlichen Thrombose, deren Ursache noch nicht geklärt ist, wünscht sich der 66-Jährige für das neue Jahr vor allem Gesundheit. Denn die benötigt er für seinen geplanten Umzug von Wermelskirchen nach Opladen und das weitere Durchstarten der noch neuen Wirtschaftssenioren in Leverkusen. Eine neue Lebensphase will Wihelmi mit seiner Frau in Opladen beginnen. Das Haus in der ländlichen Idylle wird verkauft, denn die Kinder sind erwachsen, und sind ausgezogen Nun bleibt viel Zeit für den ehemaligen Manager, die Wirtschaftssenioren Leverkusen regional noch bekannter zu machen.

Abdi Tekan (Sprecher der Moschee am Kiesweg) "Ich wünsche mir, dass die Flüchtlinge im neuen Jahr in Leverkusen gut ankommen und gut integriert werden", sagt Tekan. Sechs Klassen mit jeweils 15 bis 20 Flüchtlingen erhalten laut Tekan mittlerweile in der Moschee Deutschunterricht. Die Lehrer stelle die Sprachschule Küster. "Ich hoffe, dass wir 2016 noch mehr für die Flüchtlinge leisten können", wünscht er. Zwei Flüchtlinge habe die Moschee auch bereits mit Wohnraum versorgen können, fügt er hinzu.

Peter Westmeier (Sprecher der Leverkusener Initiativen für Verkehrsplanung LIV) ist für dieses Jahr wichtig, dass es zu "einer vernünftigen Lösung bei der Standortsuche für den großen Lkw-Rastplatz an der A 1 kommt". In erster Linie sei es aber wichtig, "eine vernünftige Lösung" für den Autobahnausbau am Leverkusener Kreuz zu erzielen. Außerdem sind dem 64-Jährigen, der nun bald in Rente geht, Gesundheit und Familie ganz besonders wichtig. "Darüber, wie ich als Rentner meine Zeit gestalten will, brauche ich mir überhaupt keine Gedanken zu machen. Die Bürgerinitiativen werden mich schon beschäftigen", meint Westmeier.

Gerd Kortschlag (Vorsitzender des Tierschutzvereins Leverkusen) ist es wichtig, dass im Tierheim im neuen Jahr nicht mehr so viele Reparaturen anfallen, wie es 2015 der Fall war. "Außerdem ist mir wichtig, dass der Tierschutzgedanke weiter gefasst wird und die Menschen umdenken. Nicht nur Hunde und Katzen brauchen die Tierschützer. Auch die Nutztiere fristen oft ein Dasein, über das viele Verbraucher nicht im Bilde sind", sagt Kortschlag. Die zunehmende Sensibilisierung bei der Hühnerhaltung wäre ihm auch in der Fleischviehhaltung wichtig. Und für sich selbst hofft der 64-Jährige im neuen Jahr weiterhin auf viel Energie.

Bella Buchner (Vorsitzende des Integrationsrates) Sie kennt das Schicksal von Flüchtlingen auch aus der eigenen Familiengeschichte. Aus Kasachstan ist sie nach Deutschland gekommen. "Wir waren zwar deutschstämmig und kannten die deutsche Kultur. Die Flüchtlinge, die jetzt kommen, haben es noch schwerer", sagt Buchner. Und gerade deshalb sei es ihr so wichtig, dass die Flüchtlinge nicht nur untergebracht und versorgt werden: "Es muss ihnen auch ermöglicht werden, am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen, nur über persönliche Kontakte können sie sich wirklich integrieren und den Schmerz bewältigen, den sie in ihrer Heimat im Krieg erlitten haben", sagt Bella Buchner. Für sie sei es deshalb besonders wichtig, dass die Flüchtlinge in Leverkusen Frieden finden.

Emil Vogt (Bundesschützenmeister) ist es für 2016 besonders wichtig, dass "die Stimmung im Lande nicht umschlägt und nicht ausländerfeindlich wird." Die Integration der Flüchtlinge sei für ihn ein persönliches Anliegen im Schützenverband, aber auch dessen weitere Positionierung als kirchliche Gruppierungen in der modernen Zeit. Dafür wünsche er sich Gesundheit und viel Schaffenskraft ganz besonders auch für das neue Jahr, sagt der 60-Jährige.

Quelle: RP
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