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Polizeipräsident Uwe Jacob
Das Köln-Leverkusener Präsidium hat sich bewährt

Polizeipräsident Uwe Jacob: Das Köln-Leverkusener Präsidium hat sich bewährt
Polizeipräsident Uwe Jacob (Archivbild) FOTO: dpa, ve
Leverkusen. Seit wenigen Wochen sitzt Uwe Jacob dem Polizeipräsidium Köln-Leverkusen vor. Im Interview spricht der neue Polizeipräsident über drängende Leverkusener Themen.

In Schlebusch gibt es Clubräume der Rockergruppierung "Bandidos", die am 2. Juni nach Schüssen auf ein Wohnhaus durchsucht wurden. Was gedenken Sie gegen Rockerkriminalität zu tun?

Jacob Das LKA unterhält eine zentrale Stelle, die alle Informationen über Rocker auswertet und analysiert. Mit dieser Dienststelle arbeitet die Polizei Köln sehr eng zusammen. Zurzeit beobachten wir die hiesige Rocker-Szene sehr genau und tun alles dafür, dass die Staatsanwaltschaft Köln alle Erkenntnisse bekommt, die sie für beweissichere Anklagen benötigt. In diesem Bereich, der der organisierten Kriminalität zuzurechnen ist, gilt für uns "Null-Toleranz".

Ihr Zuständigkeitsbereich umfasst auch Leverkusen, konnten Sie sich bereits ein Bild von der Stadt machen?

Jacob Der Polizeipräsident Köln ist auch für Leverkusen zuständig. Deshalb ist mir Leverkusen natürlich genauso wichtig wie Köln. Aus diesem Grund werde mich regelmäßig über polizeiliche Probleme in Leverkusen informieren lassen und mich auch vor Ort begeben. Einer meiner ersten Besuche galt Herrn Oberbürgermeister Richrath.

Auch die Autobahnen gehören in ihre Zuständigkeit. Das Kreuz Leverkusen ist und bleibt gerade wegen der vielen Baustellen und der Brückensperrung für Lkw auf der A 1 ein Unfallschwerpunkt. Was kann die Polizei dagegen tun?

Jacob Das ist ein Schwerpunkt unserer Verkehrsarbeit. Die Autobahnpolizei der Direktion Verkehr kümmert sich um diesen Brennpunkt bis nach Burscheid. Aufklärung und Stauabsicherung für sich allein verhindern selten folgenschwere Unfälle. Natürlich können wir dort immer mehr Einsätze fahren, aber das Problem werden wir damit nicht lösen. Nachhaltig ist das nur über bauliche Veränderungen möglich. Hier ist Straßen.NRW federführend. Wir unterstützen dabei im Netzwerk mit unserem polizeilichen Fachverstand.

Stichwirt Einbruchszahlen ...

Jacob In Leverkusen - aber auch in Köln - verzeichnen wir erfreulicherweise einen drastischen Rückgang der Einbruchszahlen. Dafür ist eine Vielzahl von Maßnahmen verantwortlich. Das Präsenzkonzept hat sich auf die Stadtregion Köln/Leverkusen sehr positiv ausgewirkt. Daneben haben unsere Ermittlungsgruppen erfolgreich gearbeitet, Straftäter identifiziert und festgenommen. Seit 2016 werden Einbruchs-Tatorte von speziell ausgebildeten Kräften aufgenommen. Dazu gehören unmittelbare Ermittlungen in der Nachbarschaft, wie wir es sagen: Hausbefragungen. Insgesamt spiegeln sich unsere Anstrengungen im Kampf gegen den Wohnungseinbruch auch in der um rund vier Prozent gestiegenen Aufklärungsquote wider. Zudem ist unsere Bevölkerung immer mehr sensibilisiert für das Thema. Die Menschen melden sich bei uns häufiger, wenn ihnen etwas verdächtig in der Nachbarschaft vorkommt. Die Bürger schützen sich mehr, machen ihre Wohnungen sicherer. Das merken wir daran, dass der Anteil der versuchten Einbrüche weiter steigt. Die Täter kommen nicht mehr so leicht in die Wohnungen. Trotzdem gilt: Jeder Einbruch ist ein Einbruch zu viel. Deshalb ermuntere ich ausdrücklich unsere Bevölkerung, bei allen verdächtigen Wahrnehmungen sofort 110 zu wählen.

Zweites Stichwort: Größe des Polizeipräsidiums ... Kann man die Polizeibehörde Köln nicht wieder aufteilen in Köln und Leverkusen?

Jacob Am 1.1.2007 trat die Entscheidung der damaligen Landesregierung, die Polizeipräsidien Köln und Leverkusen zusammenzulegen, in Kraft. Diese Entscheidung nach über zehn Jahren gelebte Wirklichkeit und hat sich bewährt.

CHRISTIAN SCHWERDTFEGER STELLTE DIE FRAGEN.

Quelle: RP
 
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