| 00.00 Uhr

Leverkusen
Das Stille-Örtchen-Problem der Stadt

Leverkusen: Das Stille-Örtchen-Problem der Stadt
Ein festes Toilettenhäuschen wie auf dem Opladener Platz kostet laut Stadt rund 80.000 Euro plus Kosten für Wasser- und Stromleitungen. FOTO: Uwe Miserius
Leverkusen. Aus dem Jahr 1985 ist der Toiletten-Container, den die Technischen Betriebe Leverkusen (TBL) regelmäßig auf den Wochenmärkten in Lützenkirchen, Küppersteg und Rheindorf aufstellen, bald aber aus dem Verkehr ziehen wollen. Grund: Sowohl der Toiletten-Container als auch das Transportfahrzeug seien sehr marode, eine Reparatur lohne sich nicht, teilten die TBL den Markthändlern vor kurzem mit. Von Susanne Genath

Er werde daher in naher Zukunft nicht mehr aufgestellt. "Wann genau dieser Zeitpunkt sein wird, kann nicht genau benannt werden", heißt es in dem Schreiben an die Händler. "Es kann sich um eine Woche oder auch mehrere Monate handeln."

Eine Unding, findet der Rheindorfer CDU-Politiker Rüdiger Scholz und hat sich in einem offenen Brief an Oberbürgermeister Uwe Richrath gewandt. "Auf keinen Fall darf der Toilettenwagen für die Leverkusener Wochenmärkte ersatzlos gestrichen werden", schreibt Scholz. "Alternativ müsste die Aufstellung fester Toilettenhäuschen überlegt werden, wie sie zum Beispiel in Schlebusch realisiert sind." Bis dahin fordert er die Stadtspitze auf, für die Märkte vorübergehend Toilettenwagen anzumieten, "die auch auf den Leverkusener Kirmesplätzen und Volksfesten zum Einsatz kommen".

Ob festes oder mobiles stilles Örtchen - klar ist, für beides müsste die Stadt etwas tiefer in die Tasche greifen. "Ein neuer Toiletten-Container würde groß 50.000 bis 60.000 Euro kosten", sagt Stadtsprecherin Dr. Ariane Czerwon. Hinzu kämen möglicherweise noch die Anschaffungskosten für ein neues Fahrzeug, die sich noch nicht beziffern ließen. Die Alternative sei nicht günstiger, sondern zudem abhängig von bestimmten Rahmenbedingungen. "Ein festes Toiletten-Häuschen ist nur möglich, wenn wir auch verfügbare Flächen haben", erklärt Czerwon. Ein Neubau würde - ebenfalls nur grob geschätzt - mit etwa 80.000 Euro zu Buche schlagen, plus Wasser- und Stromleitungen.

Viele solcher fest verbauten WCs gibt es auch nicht im Stadtgebiet. "Insgesamt haben wir sieben öffentliche Toiletten in Leverkusen", berichtet die Stadtsprecherin. "Vier davon sind behindertengerecht."

Quelle: RP
Diskussion
Ihre Meinung zum Thema ist gefragt

Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung zu:

Leverkusen: Das Stille-Örtchen-Problem der Stadt


Beachten Sie dabei bitte unsere Regeln für Leserkommentare.