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Leverkusen
Das Zeitungswesen an Rhein und Wupper unter die Lupe genommen

Leverkusen. In Zeiten von Live-Tickern und Tweets stehen klassische Printmedien in der Gefahr, nicht schnell genug zu liefern. Doch wenn Geschwindigkeit zum Wert an sich wird, könnte das in Zukunft problematisch werden. "Der Erste zu sein" ist messbar - aber dann zeitgleich verlässlich zu sein, differenzierte Informationen zu sammeln, und zu vermitteln ist eher schwierig. So sieht es auch Reinhold Braun, der kürzlich in seinem Vortrag "Die Geschichte des Zeitungswesens an Rhein und Wupper" feststellte: "Kein anderes Medium zeigt fast alle Facetten des politischen, kulturellen, gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Zeitgeschehens so zusammenfassend und konkret auf wie die Zeitungen - wenn auch nur in Ausschnitten und in Abhängigkeit der Gedanken und Wertvorstellungen der Herausgeber und Redakteure der Zeitungen." Von Tobias Falke

Bereits in der Zeit des Großherzogtums Berg gab es laut Braun im früheren Kreisgebiet in Solingen eine erste Zeitung (1809). Erst im Laufe der Jahrzehnte bekamen Zeitungen eine zunehmend größere Bedeutung. Ging es zuvor hauptsächlich um Verlautbarungen von Regierungen und Ämtern oder Verpachtungen, waren ab der Aufhebung der Zeitungszensur 1848 durch die preußische Regierung Infos über Politik, Vereine, Kultur, Religion, Sport und Wirtschaft zu lesen. In Hitdorf/Langenfeld wurden der "Sprecher am Rhein" und in Opladen der "Verkündiger an der Nieder-Wupper" und "Wöchentlicher Anzeiger" gedruckt.

Braun fand im Bundesarchiv in Berlin den ersten Jahrgang der ersten NSDAP-Zeitung im Rheinland: "Westdeutscher Beobachter". Sie wurde von Dr. Robert Ley, dem damaligen Gauleiter Rheinland, der bei Bayer als Chemiker beschäftigt war, herausgegeben. Entgegen der allgemeinen Forschungsmeinung, dass die Zeitung in Köln herauskam, ist offenbar belegbar, dass sie anfangs in Leverkusen-Wiesdorf erschien. Eine der ersten Nachkriegszeitungen war unter anderem auch die Rhein-Wupper-Zeitung, die sich später der Rheinischen Post anschloss.

Heute debattieren bei der VHS-Podiumsdiskussion "Hat die Zeitung noch eine Zukunft", ab 19 Uhr im Forum Medienvertreter, unter anderem Horst Thoren, stellvertretender Chefredakteur d er Rheinischen Post. Eintritt frei.

Quelle: RP
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