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Leverkusen
Dekkers geht bei Bayer mit einem Paukenschlag

Leverkusen: Dekkers geht bei Bayer mit einem Paukenschlag
Blickt gen Aufsichtsratskarriere bei Unilever: Bayers Vorstandschef Marijn Dekkers bei seiner letzten Konzernbilanz. FOTO: Uwe Miserius
Leverkusen. Dem niederländischen Manager geriet seine letzte Bilanzvorstellung zur Glanzvorstellung - dank der Rekordzahlen bei Umsatz und Gewinn. Für 2016 ist moderates Wachstum beim Konzern angedacht. Von Ludmilla Hauser

Wenn es stimmt, dass man gehen soll, wenn es am schönsten ist, dann zieht Marijn Dekkers genau zum richtigen Zeitpunkt aus dem Chempark aus: Er macht den Chefsessel in der Bayer-Konzernzentrale mit einem Paukenschlag frei. Einem bilanziellen.

Gestern auf der letzten Kennzahlen-Vorstellung in seiner Bayer-Vorstandschefkarriere hatte der Niederländer einen Superlativ zu melden: "Operativ war es erneut ein Rekordjahr für Bayer. Der Umsatz lag mit über 46 Milliarden Euro so hoch wie nie zuvor in der Geschichte des Unternehmens." Und noch einen: "Auch beim bereinigten Ergebnis erreichten wir mit einem deutlichen Plus von rund 18 Prozent ein neues Rekordniveau von über zehn Milliarden Euro."

Und noch einen dritten: In Rekordzeit nämlich hat Dekkers auch dies hinbekommen: "Strategisch haben wir alle notwendigen Schritte unternommen, um Bayer zu einem reinen Life-Science-Unternehmen zu machen", fasste der 58-Jährige die Abspaltung der Kunststoffsparte MaterialScience (BMS, jetzt Covestro) zusammen, die in der Belegschaft nicht nur Jubilieren, sondern zunächst mal derbe Kritik ausgelöst hatte. Bayer stünde somit nur noch auf zwei (Pharma und Pflanzenschutz) statt wie bisher auf drei Beinen. Breche eines davon ein, kippelte der ganze Konzern, unkten damals die Kritiker.

Bisher kippelt bei Bayer nichts. Obschon: Wer genau hinschaut, stellt bei den Kennzahlen der Agrarsparte CropScience fest, dass der Gewinn vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen (Ebitda) im vierten (traditionell meist schwächeren) Quartal 2015 um 9,5 Prozent zurückgegangen ist. Böse Zungen könnten da zart das Unken wieder anfangen.

Dekkers und sein Nachfolger Werner Baumann wischten aber jedes Bedenkenträgertum vom Tisch: "Wir wollen weiter wachsen, sowohl beim Umsatz als auch bei unserem Geschäftsergebnis. Und das auf Basis eines Rekordjahrs." Die Zahlen dazu klangen allerdings noch nicht ganz nach überzeugtem Höchst-, eher ein wenig nach Mittelmaß: Der Konzern plant für 2016 inklusive Covestro einen Umsatz von mehr als 47 Mrd Euro und eine Erhöhung des Gewinns im mittleren einstelligen Prozentbereich. Ohne Covestro will Bayer ein Umsatz von rund 35 Mrd Euro schaffen.

Vielleicht sind die Zahlen ja auch als Antrieb für den neuen Bayer-Chef Werner Baumann gedacht. Denn während Marijn Dekkers demnächst Aufsichtsratschef vom britisch-niederländischen Konzern Unilever wird, wird Baumann ein Jahr ordentlich trommeln müssen, um Aktionäre und Co. 2107 bei seiner ersten Bilanz-Vorstellung an Bayers Spitze mit einem Paukenschlag überraschen zu können.

Quelle: RP
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