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Leverkusen
Den Vorfahren im Ausland auf der Spur

Leverkusen: Den Vorfahren im Ausland auf der Spur
Der Opladener Ferdinand Heider heiratete in den USA - hier das Hochzeitsfoto mit seiner Frau Mary. Das Paar hatte sieben Kinder. FOTO: Bergischer Geschichtsverein/Lückerath
Leverkusen. Familienforscher Peter Lückerath erzählt beim Bergischen Geschichtsverein, wie man auch über ausgewanderte Ahnen Informationen findet. Ein Beispiel: die Brüder Mathias und Ferdinand Heider aus Opladen, die es in die USA zog. Von Tobias Falke

Einwanderung ist in den vergangenen Jahren zu einem zentralen Thema in Deutschland geworden. Dabei galt noch vor rund hundert Jahren das Motto: "Wir verlangen nicht mehr nach Deutschland", wie es Joseph Scheben (1825 - 1938) in seinem Buch über Auswanderbriefe festhielt. 46 Millionen Menschen emigrierten von 1820 bis zum Anfang des 20. Jahrhunderts in die Vereinigten Staaten. Rund 15 Prozent kamen damals aus Deutschland, die gleichzeitig den größten Anteil bildeten.

In Zeiten von Sozialistengesetze und Armut der Arbeiter wanderten bis 1914 rund sieben Millionen Menschen von Deutschland in die USA aus, alleine 400.000 davon aus dem Rheinland. Religiös oder politisch Verfolgte, verarmte Bauern, Knechte und Mägde machten sich auf, um ein besseres Leben, Freiheit, Abenteuer und geschäftliche Möglichkeiten zu finden. So auch unter anderem die Brüder Mathias und Ferdinand Heider des Druckereibesitzers und Verlegers Johann Heider aus Opladen. Am 27. Juli 1887 traf Mathias im Hafen von Baltimore ein, das bezeugt eine Passagierliste der in Amerika eintreffenden Schiffe.

Gerade die Überseefahrt stellte sich damals als schwierig an. Die Drei-Master-Schiffe boten oftmals nicht ausreichend Platz, Komfort und ausreichend Nahrung. Dennoch schafften die Heider Brüder es nach Amerika. Ziel war der Ort Scranton in Pennsylvania, in dem die Beiden als Arbeiter - Barbier und Chiropodist (Fußpfleger) - geführt wurden. Noch heute leben in Scranton die Nachkommen der Gebrüder Heider aus Opladen.

Um an solche Geschichten zu gelangen muss extrem fleißig recherchiert werden, wie Peter Lückerath jetzt bei einem Vortrag beim Bergischen Geschichtsverein bestätigt. Er hatte sich unter anderem auf die Suche nach seinen eigenen Vorfahren begeben und ist in den USA fündig geworden. So besuchte er das Grab von Johan Peter Lückerath auf dem St. Louis Friedhof. Der Vorfahr starb 1921 in den USA. Aber auch das Grab eines ehemaligen aus Overath ausgewanderten Bürgermeisters konnte der Kölner ausfindig machen. "Wichtig sind die Anlaufpunkte - wo suche ich, welchen Quellen kann ich nachgehen?!", erläuterte der Genealoge (Familienforscher) jetzt bei dem interessanten Abend beim Geschichtsverein in der Villa Römer.

Zwar gäbe es immer noch wichtige analoge Anlaufstellen wie das Deutsche Auswanderer Museum in Bremerhaven oder das NRW-Landesarchiv in Duisburg, in dem man viele Dokumente finden könnte (mittlerweile auch online zum Download verfügbar). Aber durch das Internet sei die Suche mittlerweile flexibler geworden.

Auf zahlreichen Plattformen wie die amerikanische "German Imigrant Database", Family Search oder "findagrave.com" ist er unterwegs und durchforstet dort die Familiengeschichten. Einen Tipp für Ahnenforscher hat er auch. Wer in der Suchmaschine OBIT mit einem zu suchenden Namen eingibt, findet womöglich einen passenden Nachruf.

Quelle: RP
 
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