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Leverkusen
Der Buchsbaum-Killer

Leverkusen: Der Buchsbaum-Killer
Die Raupe ist gelbgrün und schwarz gestreift und hat schwarze Punkte. FOTO: Christoph Reichwein (Archiv)
Leverkusen. Er zählt zu den beliebtesten Zierpflanzen in unseren Gärten, eignet sich perfekt für Einfassungen und Umrandungen, ist leicht zu vermehren und in Form zu schneiden. Doch immer mehr Hobby-Gärtner entfernen den Buchsbaum aus ihren Anpflanzungen. Von Gabi Knops-Feiler

"Ich gebe auf, der Zünsler hat gewonnen", sagt Claudia Frank aus Opladen nach Jahren vergeblichem Kampf gegen den Buchsbaumzünsler. Der Schädling wurde vermutlich über ein Containerschiff von Ostasien nach Deutschland eingeschleppt.

Seit zehn Jahren macht er dem Immergrün zunehmend den Garaus. Falter legen ihre Eier an die Blätter. Bald nachdem die Raupen - bis zu fünf Zentimeter lang, grün mit schwarzen Punkten - geschlüpft sind, fressen sie die Pflanzen kahl. Das Fatale: Oft erkennen Hobbygärtner den Befall nicht früh genug. Wenn Fraßschäden erst sichtbar sind, ist es meist zu spät.

Auch Claus-Dieter Steinmetz, Sprecher der Avea (Anlagenbetriebe zur Verwertung und Entsorgung von Abfällen), hat den Kampf aufgegeben. "Der Buchsbaum beim Nachbarn sieht noch prächtig aus, aber in meinem Garten waren alle Pflanzen befallen", bedauert er. Zuvor hatte Steinmetz einiges versucht: Die Raupen abgesammelt, Pheromonfallen zur Früherkennung aufgestellt, biologische und chemische Insektizide eingesetzt und die Pflanzen zurückgeschnitten. Als alles nichts nutzte, entsorgte er die Pflanzen im Müllheizkraftwerk.

Doch nicht jeder hat dazu die Möglichkeit. Deshalb rät Steinmetz, das Schnittgut nicht einfach in die Biotonne, sondern luftdicht verpackt im Restmüll zu entsorgen. Wer die Buchsbäume zum Grünschnitt bringt, sorgt übrigens nicht für eine weitere Verbreitung des Schädlings. Steinmetz: "In den Kompostierungsmieten ist die Temperatur normalerweise so hoch, dass sämtliche Bakterien vernichtet werden."

Die Sorge um den Buchsbaum plagt aber nicht nur Gartenbesitzer. Sondern auch die Kirchen. So hatte Marie-Luise Schöllmann, Küsterin an St. Remigius in Opladen, am Palmsonntag merklich weniger Sträußchen zur Verfügung. "Aus den Gärten habe ich nichts bekommen, weil alles kaputt war." Auch im nächsten Jahr muss sie vermutlich mit weniger Grün auskommen, das hauptsächlich deshalb verwendet wird, weil echte Palmen in Deutschland nur schwer zu bekommen sind. Buchsbaum war bislang ein guter Ersatz.

Welche Ausmaße das Übel inzwischen angenommen hat, ist daran zu erkennen, dass Händler täglich nach Ersatzpflanzungen gefragt werden. "Ilex ist eine neue Sorte, die aussieht wie Buchsbaum, aber teurer ist", erklärt Ulrike Porten. Doch es gibt ein Problem: Wegen hoher Nachfrage kann aktuell kaum noch geliefert werden.

Quelle: RP
 
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