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Leverkusen
Der Fahrradbus wird gut angenommen

Leverkusen: Der Fahrradbus wird gut angenommen
16 Räder passen auf die speziell angefertigten Anhänger, die die Busse von drei Verkehrsunternehmen samstags, sonntags und an Feiertagen entlang der Fahrradtrassen zwischen Opladen und Marienheide ziehen. FOTO: Jürgen MOll
Leverkusen. 1480 Radfahrer haben in den ersten zwei Monaten das neue Angebot zwischen Opladen und Marienheide genutzt. An fünf Tagen konnten Busfahrer sogar einige Radfahrer wegen Überfüllung nicht mitnehmen. Von Udo Teifel

Wird's eine Erfolgsstory wie beim Wanderbus? Der Bergische Fahrradbus, seit dem 1. Juli drei Wochen nach der Genehmigung auf die Straße gesetzt, schreibt schon nach zwei Monaten gute Zahlen: 1480 Radfahrer nutzten an 20 Betriebstagen diesen Bus entlang der Radtrassen zwischen Opladen und Marienheide. Udo Wasserfuhr, Prokurist der Regional Köln GmbH (RVK) und treibende Kraft dieses Angebotes: "Wir sind grundsätzlich zufrieden mit dem Ablauf. Unsere Erwartungen haben sich erfüllt."

Die drei Verkehrsbetriebe RVK, Wupsi und OVAG sowie die beiden Kreise Rhein-Berg und Oberberg sind Träger dieses Angebotes. Jetzt wurden erstmals gemeinsam mit einem Vertreter der Naturarena Erfahrungen ausgetauscht. Schon heute ist klar: Es ist noch viel Luft nach oben, vor allem im Marketingbereich. "Wir haben noch viele Ideen, um die Radfahrer noch besser, vor allem vor Ort, zu informieren", sagte Wasserfuhr gestern im Gespräch mit dieser Zeitung.

Für die Verkehrsfachleute zeichnet sich schon heute ab, dass der Fahrradbus noch wetterabhängiger ist als der Wanderbus. "Der Wanderer schützt sich schnell mal bei einem Regenguss. Der Hobbyradfahrer fährt oftmals gar nicht los - oder nur kurze Strecken." Das sei in den zwei Monaten mehr als deutlich geworden.

Dass Radfahren auf den ehemaligen Bahntrassen eine Erfolgsgeschichte ist, zeigen die jüngsten Erhebungen der Stadt Wermelskirchen: Seit Juni 2015 ist eine Fahrrad-Dauerzählstelle auf der Balkantrasse im Bereich zwischen Tente und Neuenhaus installiert - seither wurden 236.438 Radfahrer in beiden Richtungen gezählt.

1060 Radfahrer nutzten die Strecke Opladen Richtung Marienheide in den ersten zwei Monaten des Fahrradbusses; von diesen über 70 Prozent der Gesamtzahl stieg fast jeder Zweite auch in Opladen ein. Wasserfuhr: "Der Bahnhof Opladen ist wohl am besten von vielen Radfahrern zu erreichen. Und wir haben den Eindruck, dass viele meinen, sie würden ab Marienheide bis zum Rhein die Trassen zurückrollen."

Statistisch gesehen stiegen 700 in Opladen ein, Marienheide ist mit 385 Personen der Ort mit den meisten Aussteigern. Weitere hohe Einstiegszahlen sind in Hückeswagen (50) und Hilgen-Raiffeisenbank (60); die höchsten Aussteigerzahlen wurden in Opladen (150/Endhaltestelle), Hückeswagen (130) und Wermelskirchen-Neuenborn (130) notiert.

Als ein Problem zeichnet sich bereits die erste Fahrt um 9.48 Uhr ab Opladen ab. Sie war oft ausgebucht; an fünf Tagen konnten Radler an anderen Haltestellen sogar nicht mitgenommen werden. "Der Hänger fasst nur 16 Zweiräder, wir nehmen im Bus mit, was möglich ist, aber alles geht nicht." Sonderfahrten, wie aus den ersten Rückmeldungen vorgeschlagen wurden, könnten nicht eingelegt werden: "Sie kosten 20.000 Euro und sind nicht finanzierbar." Nach Bedarf könne man aber nicht fahren. "Wir werden aber betrieblich untersuchen, welche Linien gering angenommen werden." Hier zeichnen sich schon heute die Fahrten gegen 16 und 17 Uhr ab - die sind wenig ausgelastet. Überlegt wird, sie im nächsten Jahr zu verlegen.

Überhaupt ist eine Optimierung für 2018 geplant. "Wir sammeln jetzt Erkenntnisse, denn wir haben ja den Bergischen Fahrradbus nach einer sehr kurzen Vorbereitungszeit gestartet." Hier werde die Naturarena eingebunden, um das Marketing zu verbessern. "Auf den nächsten Flyern werden wir vor allem die Höhenprofile darstellen, da viele Radfahrer wohl falsche Vorstellungen haben. Und wir werden Tourenempfehlungen abgeben." Da sollen Kommunen und Interessenvertreter eingebunden werden.

Als Schwachstellen, so auch die Resonanz aus der Nutzerschar, wurde die Beschilderung entlang der Radtrassen erkannt. "Wer aus dem Bus aussteigt, kann den Busfahrer fragen, wie er zur Trasse kommt. Aber der Radler findet auf den Fahrradtrassen keine Hinweise auf die nächste Zufahrt zu den Radwegen. Das wird sich im nächsten Jahr ändern", versprach Udo Wasserfuhr.

Quelle: RP
 
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