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Leverkusen
Der frühere Bayer-Chef Hermann Josef Strenger ist gestorben

Leverkusen. Hermann Josef Strenger, der langjährige Vorstandsvorsitzende sowie Vorsitzender und Ehrenvorsitzender des Aufsichtsrats der Bayer AG, ist kurz vor der Vollendung seines 88. Lebensjahres gestorben. Er lebte bis zu seinem Tod in Leverkusen. Er war verheiratet und hatte vier Kinder.

"Hermann Josef Strenger gehörte zu den Führungspersönlichkeiten, die den Herausforderungen in Zeiten der zunehmenden Globalisierung mit Mut und Optimismus begegneten. Er hat die Internationalisierung von Bayer wesentlich vorangetrieben", sagte der Bayer-Aufsichtsratsvorsitzende, Werner Wenning. "Er prägte zudem eine Unternehmensphilosophie, in der Ökologie und Ökonomie gleichrangige Ziele waren." Er sei ein Mensch gewesen, "dem moralische und ethische Werte sehr viel bedeuteten."

Als erster Nicht-Chemiker an der Spitze von Bayer habe er seine besondere Verantwortung für die Rolle der Chemie in der Gesellschaft und ihr Ansehen in der Bevölkerung wahrgenommen. "Der Beschluss, den ,Aufbau Ost' mit Investitionen und der Schaffung von Arbeitsplätzen am Standort Bitterfeld zu unterstützen, war Strengers vorausschauender unternehmerischer Kompetenz zu verdanken", erklärte Bayer-Chef Werner Baumann.

Strenger wurde am 26. September 1928 in Köln geboren und begann 1949 eine kaufmännische Lehre bei Bayer. Auslandserfahrungen sammelte er in der Zeit von 1954 bis Ende 1960 bei Tochtergesellschaften des Unternehmens in Brasilien und Schweden. In seiner Amtszeit als Vorstandsvorsitzender, von Juni 1984 bis April 1992, wurden Geschäftsgebiete durch umfangreiche Akquisitionen erweitert und gestärkt. Dazu zählte die Position der neu organisierten amerikanischen Firmengruppe Miles Inc. In den USA und in Japan entstanden neue Forschungszentren. Die Abhängigkeit des Konzerns von Chemiezyklen wurde verringert.

Die zum 40-jährigen Dienstjubiläum 1989 gegründete "Hermann-Strenger-Stiftung zur Förderung internationaler Berufserfahrung" dokumentiert den hohen Stellenwert, den Strenger frühzeitig erworbenen interkulturellen Kompetenzen sowie dem Denken und Handeln in globalen Bezügen beimaß.

1992 gab Strenger den Vorstandsvorsitz ab und hatte bis 2002 den Vorsitz des Bayer-Aufsichtsrats inne. Anschließend wurde er Ehrenvorsitzender des Gremiums.

(sug)
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