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Leverkusen
Der Kronleuchter im Schloss funkelt wieder

Leverkusen: Der Kronleuchter im Schloss funkelt wieder
Ganz schön groß und bald wieder ganz schön sauber: Mitarbeiter einer Spezialfirma reinigen den beeindruckenden Kronleuchter in Morsbroich. FOTO: UM
Leverkusen. Fischhändler Frank Arentz ist der Dreck am alten Lüster im Spiegelsaal ins Auge gestochen. Er engagierte eine Spezilareinigungsfirma. Von Gabi Knops-Feiler

Der Dreck ist ab. Seit gestern funkelt und glitzert der Kristallleuchter - das Prunkstück im barocken Spiegelsaal von Schloss Morsbroich - wieder, als hätte Freiherr von Diergardt ihn erst gestern von der Weltausstellung 1889 in Paris mitgebracht und seiner Frau geschenkt. Möglich gemacht hat es eine Initiative von Frank Arentz.

Ganz Leverkusen klage und jammere ständig, dass die Stadt kein Geld habe, um die Kultur und das Schloss Morsbroich zu erhalten, sagte der Leverkusener Unternehmer und Vorsitzender des Fördervereins Wildpark Reuschenberg. Ändern niemand würde etwas an diesem Zustand. Überdies werde, wenn vom Schloss die Rede sei, immer vom "Wohnzimmer" und der "guten Stube" Leverkusens gesprochen.

Als er zuletzt im Spiegelsaal gesessen und an die Decke geschaut habe, erschrak er. "Kristall muss funkeln wie Diamanten", dachte er. Aber da war viel Schmutz. Der Gedanke "Leverkusen ist mein zu Hause" habe ihn auf die Idee mit der Reinigungsaktion gebracht.

Eigens dazu reiste am Vormittag eine Spezialfirma aus Rostock an. Drei Mitarbeiter von "Coustic Glo International", die auf antike und moderne Kronleuchter spezialisiert sind und unter anderem die Lüster auf dem Kreuzfahrtschiff "Queen Mary II" von Schmutz und Ablagerungen befreien, bauten zunächst ein fünf Meter hohes Gerüst auf.

Dann deckte Tobi Krebes rund 70 Lampen ab, damit kein Kurzschluss entsteht. Später sprühte er das Kristall von oben nach unten mit einer Reinigungsflüssigkeit und einer elektrischen Sprühpistole ein. Parallel dazu arbeitete ein Kollege mit einer zehn Meter langen Lanze und rückte so auch dem Schmutz von unten zu Leibe. Das Schmutzwasser strömte zur Erde und wurde auf großen Planen aufgefangen.

Die ganze Aktion wiederholte sich ein weiteres Mal, so dass auch die letzten Schmutzreste verschwanden. Zum Schluss wurde das Kristall mit destilliertem Wasser abgespült. Unter den Zuschauern waren auch Anne Schweigert und Myriam Wiesner, Hostessen des Museums. Sie konnten sich nicht daran erinnern, dass der rund 3,50 Meter große Leuchter je gesäubert worden wäre, jedenfalls nicht professionell. Noch 24 Stunden danach musste das Licht aus Sicherheitsgründen ausgeschaltet bleiben.

Rechtzeitig zur Verleihung des "Leverkusener Löwen", bei der Preisträger eine Skulptur von Arentz' Vaters, des verstorbenen Künstlers Kurt Arentz, erhalten wird, kann der Kronleuchter wieder erstrahlen. "Das ist das Geburtstagsgeschenk für meinen Vater", sagte Arentz Junior. Kurt Arentz wäre am 30. Mai 82 Jahre alt geworden.

Quelle: RP
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