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Leverkusen
"Der Name Smidt war fest mit der Stadt verbunden"

Leverkusen: "Der Name Smidt war fest mit der Stadt verbunden"
Auf den Lkw ist noch der Name Smidt in Pink zu lesen, am Lager und auch am Geschäft sind die Buchstaben schon abmontiert. Der Name Ostermann soll demnächst an den Gebäuden stehen. Kunden sehen es mit gemischten Gefühlen. FOTO: UM
Leverkusen. Die pinken Buchstaben sind schon runter von den Fassaden am Smidt-Möbelgeschäft und am Lager. Der Namenszug ist nach wie vor noch zu lesen. Von Ludmilla Hauser und Bastian Quednau

Demnächst soll an den jahrelang als Smidt vertrauten Gebäude Ostermann stehen, wie das Möbelhaus aus Witten, das Smidt zum Jahreswechsel übernahm, am Dienstag auf RP-Anfrage bestätigte. Geht eine Ära zu Ende? Unter den Smidt-Kunden herrscht kein einheitliches Bild hinsichtlich der geplanten Namensänderung. Zwar hat Elise Schmehl aus Monheim den Umbau bemerkt, ansonsten ist ihrer Meinung nach alles gleich geblieben und genauso gut wie zuvor. Dass Smidt von einem großen Möbelhaus mit etlichen Filialen übernommen wurde, stört die 69-Jährige, die ab und zu bei Ostermann einkaufe, ebenso so wenig wie die nun anstehende Namensänderung.

Etwas anders sieht dies Berthold Schimanski. Der Leverkusener kommt regelmäßiger, um im Noch-Smidt- und Bald-Ostermann-Einrichtungshaus zumeist kleinere Haushaltsartikel zu kaufen. Ihm ist positiv aufgefallen, dass seine Stammkundenkarte weiterhin gültig ist. Allerdings fände er es schade, wenn der Name Smidt wegfallen würde. "Das Einrichtungshaus hatte immer einen guten Ruf", unterstreicht Schimanski. Dieser Name sei immer fest mit der Stadt verbunden gewesen - und daher gehe im Zuge einer Umbenennung auch etwas verloren. "Gefühlsmäßig wird es etwas anderes sein, wenn der Name geändert wird", sagt der 63-Jährige.

Simone Engels aus Leverkusen hat dagegen weder mit der erfolgten Übernahme - von der sie kaum etwas bemerkt habe - noch mit der geplanten Namensänderung ein Problem. Die 45-Jährige kauft gelegentlich bei Smidt ein, kommt aber regelmäßig als "Frühstückskundin" - und dass auch künftig zu Ostermann.

Die Werbegemeinschaft City Wiesdorf sieht es ähnlich wie Schimanski. Natürlich habe Smidt viel für Leverkusen getan, "Smidt ist einfach eng mit der Stadt verknüpft", sagen Ralf Sturm und Frank Schönberger vom Vorstand. Aber auch Ostermann sei ein Familienunternehmen mit lokaler Verbundenheit. "Ob und wie sich die Umbenennung auf den Standort auswirkt, kann man jetzt noch gar nicht einschätzen", bemerkt Sturm.

Oberbürgermeister Uwe Richrath, selbst erfahrener Einzelhändler, bekräftigt: "Natürlich war Smidt ein Imageträger für Leverkusen. Lorenz Smidt hat sehr viel Caritatives für die Stadt getan. Deswegen ist es mir wichtig, dass Ostermann sich zu bestehenden Vertragsstrukturen genauso bekannt hat wie Smidt." Richrath spielt unter anderem auf den Vertrag mit dem Sportpark zur Smidt-Arena an, der noch bis 2018 läuft. Dass Ostermann seine Filialen unter einer Dachmarke, nämlich Ostermann, führen will, kann Richrath nachvollziehen. "Hauptsache, dass das Haus wird weiterhin so qualitativ geführt wie bisher."

Quelle: RP
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