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Leverkusen
"Der neue Bayer-Chef weiß, was Mitbestimmung ist"

Leverkusen. Betriebsrats-Chef Oliver Zühlke: Baumann bestätigt den Kündigungsschutz bis 2020. Wenning bleibt Aufsichtsratschef. Von Antje Höning

Im Konzern war es ein offenes Geheimnis, gestern hat der Aufsichtsrat es offiziell beschlossen: Werner Baumann wird neuer Chef von Bayer Leverkusen. Der 53-Jährige löst zum 1. Mai Marijn Dekkers als Vorstandsvorsitzenden ab. Die Entscheidung im Aufsichtsrat fiel einstimmig.

Oliver Zühlke, Chef des Bayer-Gesamtbetriebsrats, sagt, warum die Arbeitnehmer zufrieden sind: "Wir freuen uns auf die Zusammenarbeit mit Werner Baumann. Er ist seit fast 30 Jahren im Konzern, kennt Belegschaft und Finanzen und spricht die Sprache von Bayer. Er weiß, was Mitbestimmung ist und wie wichtig vertrauensvolle Zusammenarbeit für einen Konzern wie Bayer ist."

Marijn Dekkers wurde 2010 von außen geholt, nun setzt Bayer wieder auf ein Eigengewächs. Auf die Frage, was das heißt, sagte Zühlke: "Mit Herrn Dekkers haben wir hervorragend zusammengearbeitet. Er hat uns im Vorfeld von schwierigen Entscheidungen nicht nur informiert, sondern auch angehört." Er habe stets ein offenes Ohr für die Belegschaft gehabt. "Doch das ist nicht selbstverständlich für einen Konzernchef, der aus dem Ausland kommt und womöglich mit der Sozialpartnerschaft nicht vertraut ist. Daher freuen wir uns, dass nun wieder ein Topmanager aus dem eigenen Haus den Konzern führt."

Zur Frage, ob sich der Aufsichtsrat auch andere Kandidaten als Baumann angeschaut habe, will Zühlke nichts sagen. Nur so viel: "Auch wir haben mit Herrn Baumann im Vorfeld der Entscheidung gesprochen. Dabei hat er den guten Eindruck, den wir von ihm hatten, bestätigt. Er hat zugesagt, dass er die Linie von Herrn Dekkers im Umgang mit der Belegschaft fortsetzen will. Zugleich hat er versichert, dass die Beschäftigungssicherungs-Vereinbarung für ihn von hohem Wert ist, nach der Bayer bis 2020 auf betriebsbedingte Kündigungen verzichten wird." Kontinuität - das sei eine gute Nachricht für die Mitarbeiter in Leverkusen und an anderen Bayer-Standorten. Dekkers (58) könnte nach der gesetzlich vorgeschriebenen Abkühlungszeit von zwei Jahren Aufsichtsratschef werden und Werner Wenning (69) beerben. Der Betriebsratschef sagt dazu: "Das Thema steht noch nicht an. Wir haben mit Werner Wenning einen hervorragenden Aufsichtsratschef, der auch nicht amtsmüde ist. Alles Weitere wird die Zeit bringen."

Quelle: RP
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