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Leverkusen
Der Phantom-Parkplatz aus den Staunachrichten

Leverkusen: Der Phantom-Parkplatz aus den Staunachrichten
Wo früher der Parkplatz Tilsit an der Autobahn A3 war, sind nun Bagger im Einsatz. Die Fläche wird für die A3-Verbreiterung benötigt. FOTO: Uwe Miserius
Leverkusen. Der Parkplatz Tilsit an der A3 ist geschlossen. Das Land sucht einen Ersatzort. Auch die Suche nach einem Rastplatzort an der A1 dauert an. Von Susanne Genath

Der Parkplatz Tilsit an der Autobahn 3 taucht derzeit täglich in den Staunachrichten auf. Mal reichen die vermeldeten mehrere Kilometer langen Staus vom Leverkusener Kreuz bis dorthin, mal schon vom Rastplatz Ohligser Heide aus. Das Kuriose daran: Den Rastplatz zwischen dem Golfclub Leverkusen und dem Von-Diergardt-See gibt es gar nicht mehr. "Er ist seit zwei, drei Jahren geschlossen", berichtet Laurenz Braunisch, Sprecher des Landesbetriebs Straßenbau. "In Fahrtrichtung Oberhausen ist an seiner Stelle ein Regenrückhaltebecken entstanden, in Gegenrichtung wird die Fläche des ehemaligen Rastplatzes für den insgesamt achtspurigen Ausbau der A 3 benötigt."

"Parkplatz Tilsit" diene lediglich noch als Ortsangabe. Die Raststätte sei auch nicht der Grund für die zahlreichen Staus auf dem Autobahnteilstück, das täglich etwa 155.000 Fahrzeuge befahren. "Das ist die Baustelle als solche", erklärt Braunisch. "In der Regel fließt der Verkehr dort aber trotzdem noch und löst sich in der Nähe von Köln-Mülheim auf. Daher lohnt es sich nicht, in Leverkusen abzufahren und auf die Bundesstraße B 8 als Parallelstrecke auszuweichen."

Ganz traurig ist man bei Straßen NRW auch nicht, dass der Parkplatz verschwinden musste. Denn er war ein beliebter Treffpunkt in der Schwulen-Szene und führte zu so manchem Polizeieinsatz. "Wir hatten den Eindruck, dass Pkw-Fahrer den Rastplatz deshalb eher gemieden haben", berichtet Braunisch.

Polizeikontrollen gab es früher auf dem Parkplatz Tilsit häufig - unter anderem, weil es hier brutale Überfälle gab. Auch Bus- und Lkw-Fahrer wurden hier zur Überprüfung gestoppt. FOTO: Umi (Archiv)

Für die Lastwagenfahrer sei die Haltemöglichkeit hingegen wichtig gewesen. "In Köln ist die Parkplatzsituation sehr angespannt", erklärt der Landesbetrieb-Sprecher. "Daher war auf dem Parkplatz immer viel los, obwohl er sehr klein war." Und so suche man nun einen Ersatzstandort in der Nähe.

"Die kleinen Parkplätze dienen dazu, das Netz von Tank- und Rastanlagen an Autobahnen zu verdichten", sagt Braunisch. Während es etwa alle 50 Kilometer eine große Raststätte mit Tank- und Essmöglichkeit gebe, seien dazwischen etwa alle zehn bis 20 Kilometer reine Parkplätze vorgesehen.

Auch für die Autobahn 1 wird immer noch eine passende Stelle für einen Lastwagen-Parkplatz gesucht. Gegen einen Tank- und Rastplatz in Lützenkirchen/Steinbüchel hatte sich vor drei Jahren eine Bürgerinitiative gewehrt. Jetzt wurde die Planungsgesellschaft Deges, die Bund und zwölf Bundesländern gehört, mit der Standortsuche beauftragt. "Wir hoffen, bis September eine geeignete Stelle zwischen dem Autobahnkreuz Wuppertal-Nord und dem Kreuz Leverkusen gefunden zu haben", sagt Deges-Sprecher Michael Zarth.

Der achtspurige Ausbau der A 3 zwischen Leverkusen und Köln-Mülheim soll Anfang 2017 fertiggestellt sein.

Quelle: RP
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