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Leverkusen
Der Ruf der Bierbörse Opladen wird jetzt bis nach Neu-Delhi dringen

Der Ruf der Bierbörse Opladen wird bis nach Neu-Delhi dringen
Gautam Mehta will über die Bierbörse jetzt in Indien berichten. FOTO: Brücker
Leverkusen. Die Wege sind vom Dauerregen noch etwas matschig, der Rasen plattgetreten. Hier und da kämpft in musikalischer Hinsicht eine atemlose Helene Fischer von links mit den Popsongs einer gewissen Kylie Minogue rechts - einen Sieger gibt es nicht. Eine Leverkusener Institution ist wieder zurück: die Bierbörse in Opladen. Von Tobias Brücker und Ulrich Schütz

Wie ein Magnet zieht sie die Menschen aus der Umgebung auch in den vergangenen Tagen an. So manch einer hat sich seine Gedanken gemacht und mitgedacht. Also wurden die bequemen Turnschuhe kurzerhand im trockenen Schuhschrank gelassen - schließlich liegen Gummistiefel in diesen Tagen voll im Trend. Und sie können durchaus modisch sein. Allerdings: Trotz des durchaus guten Wetters, das sich Veranstalter Werner Nolden sicher auch für den Fassanstich am Donnerstagabend gewünscht hätte, ist das Gebiet nicht derart gut besucht wie noch in der Vergangenheit. Musste man sich als Besucher auf den Hauptwegen so manches mal mit der Masse treiben lassen, kommen die Menschen nun gut von Bierstand zu Bierstand - und das am Freitag, einem der oft meistfrequentierten Tage. Die Sperrung der Rheinbrücke und das veränderte Sicherheitsgefühl könnten Gründe dafür sein. Der Tenor der Besucher vor Ort fällt jedoch größtenteils positiv aus. "Ich verschwende keinen Gedanken daran und fühle mich absolut sicher", betont Hans-Dieter Annas. Es ist erst sein vierter Besuch auf der Börse, die er vorher nur vom Hörensagen kannte. Nun sei es jedes Jahr ein Pflichttermin.

Und die Bierbörse in Opladen wird schon bald weit über die Grenzen Deutschlands hinaus Bekanntheit erlangen. Geschäftlich ist Gautam Mehta aus Indien nach Deutschland gekommen. Es ist zwar bereits sein achter Besuch und in den großen Städten war er schon, so etwas wie in Opladen hat aber auch er noch nicht erlebt - Kulturen prallen aufeinander. "Ein derartiges Ereignis haben wir in meiner Heimat Neu-Delhi nicht. Wir trinken Bier nur in kleinen Bars oder Klubs", erzählt der 24-Jährige, dem es aber sichtlich gefällt. "In Europa fühle ich mich definitiv sicherer als in Indien."

Impressionen von der Opladener Bierbörse 2016 FOTO: Miserius, Uwe

Werner Nolden kann sich also mit einem kleinen Augenzwinkern damit schmücken, dass seine Veranstaltung international und völkerverbindend wirkt.

Polizei- und Securityeinsätze

Jeweils rund zehn Sicherheitsmänner und -frauen kontrollierten bisher an den Eingängen. Diskussionen gab es hier nur vereinzelt. Abgetastet wurde niemand, die Taschen wurden aber durchgesehen. "Die Kontrollen empfand ich etwas zu lasch - im Vergleich zu dem, was angekündigt war", erklärte Heike Nawroczek. "Ich finde die Kontrollen zu hart", sagte dagegen Katrin Lehmann-Hentzschel. Sie musste ihre mitgebrachte Handtasche zurück zum Auto bringen. Anders sah das Thomas Werner. "Man muss da im Moment einfach durch", meinte er gelassen.

Die Polizei sprach gestern von einem aus Polizeisicht sehr ruhigen Veranstaltungsverlauf. Wenn sich etwa vor dem Bierbörsengelände Problemgruppen bildeten, gingen die Polizeibeamten zu den meist jungen Leuten und warnten sie, auffällig zu werden. "Wir konnten konsequent Eskalationen verhindern", berichtete eine Polizeisprecherin. Am Samstag wurden zwei uneinsichtige Randalierer zum Präsidium nach Köln-Kalk gefahren (die Rückfahrt müssen die Betroffenen dann selbst organisieren). Insgesamt erteilten die Polizisten zehn Platzverweise für die Bierbörse, schrieben zwei Anzeigen wegen Körperverletzung und eine wegen Handy- und Geldbörsendiebstahls. Gleichzeitig wurde übrigens der Bereich Bahnhofstraße überprüft. Hier erhielt ein Besucher ein Zwangsgeld, weil er gegen die Auflage, den Bereich nicht mehr zu betreten, verstoßen hatte. Durch Sicherheitskräfte wurden am Eingang nahe der B8 mutmaßliche Antänzer, die auf Taschendiebstähle spezialisiert sind, erkannt und abgewiesen.

Quelle: RP
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