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Leverkusen
Der Tod kommt in acht Minuten

Leverkusen: Der Tod kommt in acht Minuten
Heidi Möhker, Regina Schleheck, Christiane Dieckerhoff, Ella Dälken und Sibyl Quinke kamen zur "Ladies Crime Night"-Benefizlesung. FOTO: Uwe Miserius
Leverkusen. Bei der "Ladies Crime Night" im Sensenhammer mussten sich die Autorinnen beim Vortragen ihrer Bücher kurz halten. Von Gabi Knops-Feiler

Mord und Totschlag, Gewalt und Verfolgung sind nicht nur Stoff für Krimis. Nein, darum geht es auch bei der täglichen Arbeit im Leverkusener Frauenhaus. "Solange Frauen vor ihren Ehemännern, Partnern und Familien fliehen müssen, solange sind sie auf solche Häuser angewiesen", sagte eine Frauenhaus-Mitarbeiterin im Vorfeld der jüngsten Benefizlesung zugunsten ihrer Einrichtung.

Es war aber nicht irgendeine Lesung im stilvollen Ambiente des Industriemuseums Sensenhammer, sondern eine, bei der "der Sensenmann gleich mehrfach zum Zuge kommt", versicherte die Leverkusener Autorin Regina Schleheck. Die "Ladies Crime Night" wurde veranstaltet von Autorinnen der Vereinigung "Mörderische Schwestern".

Auch Schleheck gehört diesem Kreis an und durfte als erste ans Mikrofon treten. Sie las aus dem Buch "Pippis Papa", das gut in die Zeit passte. Denn es handelte von einem lesbischen Elternpaar. Die Geschichte begann süß und niedlich, irgendwie harmlos. Doch Regina Schleheck blieb nicht allzu viel Zeit, um die Spannung in die Höhe zu treiben. Als es gerade so richtig dramatisch wurde, ertönte der Gong. Die Redezeit war abgelaufen.

Denn das ist das Prinzip der Krimi-Lesungen: Die Uhr tickt unaufhaltsam, und nach acht Minuten fällt quasi der Schuss. Schon geht es weiter mit dem nächsten Verbrechen.

Insgesamt fünf Frauen lasen an dem Krimi-Abend aus ihren Werken. Geschärfter Blick für Verbrechen aller Art, gespitzte Feder und Zunge - das ist es, was Frauen vereint, die sich der Vereinigung "Mörderische Schwestern" angeschlossen haben. Dazu gehören neben Autorinnen auch Buchhändlerinnen, Journalistinnen und Krimiliebhaberinnen. "Die Situation der Frau in der Literaturbranche ist alles andere als rosig", erläuterte Ella Dälken. Im Schnitt erhielten Männer fünf Mal so häufig einen der wichtigen Literaturpreise. Der geschlechtsspezifische Lohnunterschied in der Buchbranche liege bei 26 Prozent, nannte sie einige Beispiele.

Obwohl Frauen eher mit dem Schreiben von "Liebesschnulzen" in Verbindung gebracht werden, widerlegen die "Mörderischen Schwestern" dieses Vorurteil. Zum Beispiel Apothekerin Sibyl Quinke, die ihre Opfer gerne vergiftet. Natürlich nur in ihren Büchern. Nun wollte sie eine andere Todesart testen, berichtete sie über den Krimi "Drei tödliche Kugeln", in dem ein Apotheker in seinen Geschäftsräumen tot aufgefunden wird: erschossen. "Frauen werden den Markt erobern", sagte Zuhörerin Heike Eisler nach der Lesung zuversichtlich.

Quelle: RP
 
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