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Leverkusen
"Der Tunnel gehört in den Koalitionsvertrag"

Leverkusen: "Der Tunnel gehört in den Koalitionsvertrag"
Leverkusens neuer Mann in Düsseldorf: Rüdiger Scholz (59) wird für die CDU in den Landtag einziehen. Neben allgemeinen Themen der Landespolitik will er sich auch nachdrücklich um die Anliegen seiner Stadt kümmern. FOTO: Fotos. Andreas Bretz, Uwe Miserius
Leverkusen. Heute trifft sich erstmals die neue CDU-Landtagsfraktion in Düsseldorf / Leverkusens Wahlsieger Rüdiger Scholz hat Ideen für Start. Von Bernd Bussang und Ludmilla Hauser

Wenn sich heute um 10.30 Uhr nach dem grandiosen Wahlsieg erstmals die neue CDU-Landtagsfraktion im Düsseldorfer Landtag trifft, wird Rüdiger Scholz dabei sein. Im Gepäck hat er ein lokalpolitisches Anliegen, das ganz weit oben auf seiner Agenda steht: "Ich werde mich dafür einsetzen, dass Leverkusen einen Tunnel und keine Superstelze bekommt", sagt Scholz. Und dabei hat er ein besonderes Ziel im Auge. Auch wenn bisher noch gar nicht ausgemacht ist, mit wem die CDU koaliert, für ihn steht fest: "Es gehört in den Koalitionsvertrag, dass sich die Landesregierung dafür einsetzt, dass zusätzliche Mittel des Bundes für eine Tunnellösung statt einer Stelze fließen."

Gestern hatte Lehrer Scholz noch an seiner Wuppertaler Realschule unterrichtet. "Europäische Union" stand auf dem Stundenplan der 9. Klasse im Fach Erdkunde. Bald schon wird der Leverkusener Pädagoge seinen Schülern direkt und aus eigenem Erleben vom Politikbetrieb in Düsseldorf berichten können. Ab 1. Juni geht es dort offiziell los. In der Schule nimmt der Abgeordnete dann eine Auszeit. Wo er im Plenarsaal sitzt, welches Büro er beziehen soll, das alles wird Scholz in den kommenden Tagen erfahren. Klar ist bisher nur, was er sich vorgenommen hat: "Wir werden manches ändern müssen", sagt er und denkt dabei zunächst an die großen Themen der Landespolitik - innere Sicherheit, Bildungspolitik, Infrastruktur und Verkehr. Doch hat Scholz auch die lokalen Themen fest im Blick.

Dabei hilft ihm ein Netzwerk aus früheren Zeiten. Es reicht zurück bis weit in die 80er Jahre, als er zunächst ehrenamtlich, später dann als Bundessprecher für die Junge Union im Einsatz war. Spätere Ministerpräsidenten, Minister, Staatsminister wie Roland Koch, Hermann Gröhe, Roland Pofalla, Peter Altmaier und Joachim Hermann waren seine frühen politischen Weggefährten. Auch Armin Laschet gehört dazu. Neben dem A 1- Tunnel hat Scholz weitere Vorschläge, die seiner Stadt nutzen sollen. "Leverkusen soll Referenzkommune für E-Mobilität werden", lautet sein Plan. "Ich bin jetzt Lobbyist für unsere Stadt", sagt Scholz. Bürger, Vereine, Verbände, Unternehmen könnten sich jederzeit an ihn wenden.

Die Erwartungen sind hoch. An Scholz und der Führungsriege, der er angehören wird. Oberbürgermeister Uwe Richrath (SPD) sagte am Wahlabend: "Ich erwarte von Laschet und seiner Regierung, dass sie uns als Kommune klar unterstützen." Die Lage sei in Leverkusen, wie anderswo auch, finanziell angespannt. Das müsse Laschet wissen und dementsprechend handeln. Auch Bürgermeister Bernhard Marewski (CDU) will bei der neuen NRW-Regierung "nicht locker lassen und Laschet auf die Pelle rücken", wenn man in Düsseldorf nicht beim Thema G8 oder G9 Stellung beziehe wie es etwa Bayern getan habe. "Wir brauchen klare Linie." Dass Rüdiger Scholz diese Themen mit nach Düsseldorf nimmt, daran hat Parteifreund und Bundestagsabgeordneter Helmut Nowak keinen Zweifel. "Rüdiger Scholz, das weiß ich, wird sich für die Stadt einsetzen, vor allem für den A 1-Tunnel, aber auch für Infrastruktur in Leverkusen insgesamt." Das sei auch deshalb so wichtig, weil Rüdiger Scholz ihm so aus dem Landtag heraus stärken könne, um den Tunnel auch in Berlin durchzusetzen, bekräftigte Nowak noch am Wahlabend.

Quelle: RP
 
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