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Die Woche in unserer Stadt
Deutsche Bahn - ein Baustellenchaos mit Ansage

Leverkusen. Zugausfälle, Umleitungen, Fahrzeitverlängerungen und Gleiswechsel im Nah- und Fernverkehr - im Rheinland droht in den kommenden Monaten Chaos auf den Bahnsteigen und in den Zügen. Der Grund: Die Bahn erneuert zwischen Düsseldorf und Duisburg 16 Kilometer Gleise, 70 Weichen und mehr als 30.000 Schwellen für insgesamt 13 Millionen Euro. Zudem gibt es Brückenarbeiten zwischen Düsseldorf und Köln.

Eigentlich eine gute Nachricht. Das Baustellenmanagement jedoch lässt einem als Kunden die Haare zu Berge stehen. Auf mehr als zehn Linien fahren S-Bahnen und Regionalzüge seltener als sonst oder fallen gleich komplett aus. Das ärgert die Pendler - und den Fahrgastverband ProBahn NRW. Dessen Sprecher Sprecher Lothar Ebbers findet es bedenklich, dass die Arbeiten nicht früher angekündigt wurden und auch nicht in den Ferien laufen, sondern im Haupt-Pendlerverkehr: "Es sieht so aus, als wolle die Bahn die Schmerzgrenze der Kunden austesten", argwöhnt er. Die bekamen gestern einen ersten Vorgeschmack auf die kommenden Wochen. Fahrgäste berichteten von Verspätungen bis zu einer Stunde.

Das größte Kunststück jedoch ist die Tatsache, dass die Bahn ihre eigenen Ausweichstrecken ebenfalls dicht gemacht hat. Beispiel: Auf der Strecke Düsseldorf - Köln fällt der RE 5 aus. Erschwerend hinzu kommt, dass in dieser Zeit linksrheinisch auch der RE 6 zwischen Dormagen und Köln/Flughafen nicht fährt. Zwischen Düsseldorf und Köln sollten Reisende daher den RE1 oder die S-Bahn-Linie 6 nutzen. Doch bis zum 17. März ist pro Stunde nur ein Regionalexpress der Linie 1 unterwegs. Bisher waren es drei. "Und die platzten schon zu regulären Zeiten aus allen Nähten", sagt Ebbers. Die S-Bahn fährt auch nur zwei- statt dreimal.

Die Bahn liefert somit Chaos mit Ansage. Im Straßenverkehr tragen die Behörden den Forderungen aus der Wirtschaft nach koordiniertem Baustellenmanagement aller anstehenden und laufenden Maßnahmen allmählich immer besser Rechnung. Die Bahn dagegen lässt den Staatskonzern heraushängen - und vergisst´, dass sie als solcher eigentlich uns allen gehört. Peter Clement

Quelle: RP
 
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