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Leverkusen
Deutschunterricht mit praktischer Lebenshilfe

Leverkusen. Gestern war die Lektion "Wohnungssuche" dran beim Deutschunterricht im "Arbeitslosenzentrum & Mehr!" der Diakonie. Seit gut einem Jahr unterrichtet Karl-Ludwig Finke jeden Dienstag Flüchtlinge und Migranten in einem Kurs für Anfänger und einem für Fortgeschrittene. Das Besondere: Er erstellt seine Unterrichtsmaterialien selbst. Aus gutem Grund.

"Die Lehrbücher spielen in Berlin oder München", erklärt er. Dabei sei es viel sinnvoller, wenn bei der Vermittlung der deutschen Sprache zugleich Hilfestellungen für den Alltag vermittelt würden und die Schüler erst einmal die unmittelbare Umgebung kennenlernen, bevor sie in einer Deutsch-Lektion zum Alexanderplatz oder Brandenburger Tor reisen. Finke hat selbst als Firmenkundenberater einer Bank einige Jahre im Ausland gelebt und weiß, was in der Fremde wichtig ist. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer kommen unter anderem aus Eritrea, Äthiopien, Syrien, Thailand oder auch aus dem Iran. 80 Prozent sind Flüchtlinge, die froh sind, mal aus ihrem Heim herauszukommen und etwas zu lernen.

Und zwar ganz praktische Dinge wie Einkauf von Kleidung und Lebensmitteln oder die Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel. In einer Kombination aus Bildern und Begriffen hat Finke das Material so entwickelt, dass es für alle möglichst verständlich ist. Im Kursus wird praktisch nur Deutsch gesprochen. Schüler lieben Ausflüge, auch wenn sie zwischen 20 und 60 Jahre alt sind. Es gab schon diverse Exkursionen, etwa zur Stadtbibliothek, ins BayKomm oder auf den EVL-Wasserturm.

(mkl)
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