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Leverkusen
Die 111 spannendsten Orte der Stadt

Leverkusen: Die 111 spannendsten Orte der Stadt
Die alte Landwirtschaftsschule in Opladen gehört zu den Gebäuden, die Markus Danner besonders mag. In seinem Buch hat er weitere sehenswerte Orte beschrieben. FOTO: Uwe Miserius
Leverkusen. Markus Danner geht mit offenen Augen durch die Stadt. 300 schöne oder spannende Orte hat er bei seinen Streifzügen entdeckt. 111 davon hat er für ein Buch ausgewählt. Von Tobias Brücker

Lässig lehnt Markus Danner am Geländer, das hinauf zur Opladener Landwirtschaftsschule führt. Diese Art Gebäude faszinieren den 53-Jährigen, sie ziehen in magisch an. Auch deshalb hat er ein ganzes Buch über sehenswerte Gebäude, Plätze und Menschen in Leverkusen geschrieben.

111 Orte in Leverkusen, die man gesehen haben muss - ein Titel, der erstmal Fragezeichen auftauchen lässt. Über 100 Sehenswürdigkeiten soll es also in unserer Chemiestadt geben? Durchaus schwer zu glauben. Und so geht es mit dem Autor höchst selbst auf Entdeckungstour quer durchs Stadtgebiet, in die hintersten und entlegensten Ecken.

Seinen Anfang nimmt die Führung an der bereits erwähnten Schule für Landwirtschaft. Direkt an der breiten Düsseldorfer Straße gelegen, fährt der Großteil der Menschen dort einfach vorbei. "Sie liegt nun mal nicht auf der Schokoladenseite", sagt Danner, während er Richtung Villa Römer herüber zeigt. Dort grünt es, das Naherholungsgebiet ist nicht weit. Eine Verbindung zwischen beiden Orten gibt es aber: Architekt Peter Klotzbach arrangierte auch das Waldhaus Römer.

Nach einigen Blicken die teils moosbedeckte Fassade hinauf, geht es Richtung Auto. Ein silberner Skoda steht bereit. "Ich fahre besser, als es hier aussieht", betont Danner lachend, und dreht den Schlüssel im Schloss. Es geht aus Opladen hinaus, Richtung Fixheide. Seit rund einem Jahr ist das Buch auf dem Markt, ebenso lange hat die Entstehung gedauert. "Ich habe mehr recherchiert als geschrieben", erläutert der 53-Jährige während der Fahrt. Jeder Ort sei mit einem einseitigen Fließtext versehen, der nicht zu geschichts-trächtig sein sollte.

Seitdem er das Buch schrieb, ginge er mit anderen Augen durch die Welt, erzählt er. "Ich bin immer auf der Suche nach Orten, viel im Ruhrgebiet." Kurz darauf geht der Motor des Skoda aus. Er steht in der Kleinstsiedlung im Stadtteil Manfort (Heidehöhe). 1920 wurde diese erbaut, grüne Fensterläden passen zu den schmalen Holztüren der kleinen Wohnungen, an die jeweils ein ebenso kleiner Garten angeschlossen ist.

"Heute möchte man hier gerne wohnen, früher war es Raum für die Armen", sagt Danner. Arbeiterfamilien mit vielen Kindern waren hier untergebracht. Recht enge Wege verbinden die Wohneinheiten miteinander, die Sonne scheint auf die beige Hausfassade, lässt sie so leuchten. Typische Verzierungen sprechen für die Entstehungszeit.

Nach einigen Minuten ist genug gesehen, es geht wieder zurück in den Wagen. 25 Jahre hatte Danner in Köln gelebt, das Heimweh war aber zu stark. Also ging es wieder zurück in seine Heimatstadt. Aus Leverkusen kommt auch Fotograf Johannes Seibt. Das Zusammenspiel zwischen beiden funktionierte gut. "Wir haben uns oft spontan am Wochenende getroffen, das Bildermachen war dann kein Problem", erzählt Danner.

Hinter dem Gelände des ehemaligen Walzwerks von Theodor Wuppermann hält er wieder an. Ein Ort, den wohl viele nicht als sehenswert deklarieren würden. "Sehenswürdigkeiten müssen nicht immer schön sein", betont Danner. Hier könne Industriegeschichte verspürt werden. Etwas, das Leverkusen mit dem Charme des Ruhrgebiets verbinde.

Und wieder geht es in den Wagen. Danner, der im Verlagswesen arbeitet, ist seine Passion für Architektur und Gebäude anzumerken. Und überhaupt, erzählt er gerne Geschichten. Leverkusen, sagt er, habe eine relativ große Fläche, trotzdem sei die Dichte an tollen Flecken vielerorts groß.

Nur einen Bruchteil derer kann Danner an diesem Abend abfahren. 300 hatte er ursprünglich beisammen, 189 Orte hatten also gestrichen werden müssen "Das war ein schmerzlicher Prozess", sagt der Autor. Es tue ihm leid, dass zum Beispiel Lützenkirchen zu kurz gekommen sei.

2500 Exemplare, schätzt er, seien bereits verkauft - das stimmt ihn zufrieden. Und so geht die Rundfahrt zu Ende. Spät ist es geworden, die untergehende Sonne scheint durch die Windschutzscheibe ins Gesicht.

Quelle: RP
 
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