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Leverkusen
"Die Bahnstadt ist ein Paradebeispiel"

Leverkusen: "Die Bahnstadt ist ein Paradebeispiel"
Die Neue Bahnstadt ist dabei: Wolfgang Jung (vorne rechts) von KlimaExpo.NRW gratulierte Vera Rottes zur Entwicklung eines ökologisch nachhaltigen Stadtviertels. FOTO: Uwe Miserius
Leverkusen. Während die "Großen" auf dem G20-Gipfel über Klimaschutz debattieren, setzt die "Neue Bahnstadt Opladen" ihre Pläne für ein modernes und ökologisch nachhaltiges Viertel Schritt für Schritt um. Von Laura Harlos und Mark Potthoff

Zwei Blockheizkraftwerke für Nahwärme- und kälte, ein Passivhaus als Studierendenheim und ein grünes Kreuz, eine sieben Hektar große Grün- und Spielfläche: Durch die nachhaltige Entwicklung der ehemaligen Brachfläche sollen konsequent CO2-Emissionen reduziert werden. "Unsere Bemühungen zahlen sich aus", sagte Bürgermeister Bernhard Marewski.

Denn nicht nur auf regionaler, auch auf Landesebene hat das Projekt positives Aufsehen erregt. Während der NRW.KlimaTage zeichnete die Landesinitiative KlimaExpo.NRW das Team der Neuen Bahnstadt gestern für ihre Arbeit und ihr Projekt mit einer Urkunde aus. "Ich bin in die Siedlung hereingefahren und war begeistert", sagte Wolfgang Jung, Geschäftsführer der Initiative, "die Opladener Bahnstadt ist ein Paradebeispiel für nachhaltige Stadtentwicklung."

Mit der Urkunde nimmt die Initiative die Neue Bahnstadt gleichzeitig in ihre Projektriege auf. Die Aufgabe von KlimaExpo.NRW ist es, bis 2022 in 1000 Schritten das technologische und wirtschaftliche Potenzial Nordrhein-Westfalens im Bereich Klimaschutz zu präsentieren. Das Projekt Bahnstadt ist Schritt Nummer 232.

"Wir dürfen nicht auf die da oben hoffen, sondern müssen hier unten, in der Kommune aktiv werden", betonte Jung. Auf der Ostseite hätten ihn die Radwege und der Anschluss zum öffentlichen Nahverkehr überzeugt. Zudem ließe die großzügige Bauweise eine angemessene Luftzirkulation zu - es entstehe eine Freiluftschneise mit wichtiger Klimafunktion. "Ein weiteres Highlight war die kooperative Planung mit den Bewohnern, die von Anfang an Zukunftswerkstätten mitgestaltet haben."

Für zukünftige Bewohner, Interessierte und Besucher öffnete das neue Viertel seine Türen und machte Klimaschutz live vor Ort erlebbar. Elektroautos und E-Bikes standen zum Testen bereit und in mehreren Touren führte das Team der Neuen Bahnstadt durch das Wohnquartier, um einzelne Maßnahmen zum Klimaschutz zu erläutern.

Mit einer Photovoltaikanlage auf dem Dach ist beispielsweise das neue Studierendenhaus, ein Passivhaus, ausgestattet. "70 Prozent des erzeugten Stroms wird für das Gebäude und die Studenten genutzt, den Rest verspeist ein allgemeines Stromnetz", erläutert Geschäftsführerin Vera Rottes. Zwei der 62 Studentenwohnplätze sind aktuell noch zu vermieten. 20 bis 22 Quadratmeter große Appartements kosten zwischen 300 und 350 Euro - im Vergleich zu Kölner Preisen ein Schnäppchen.

Für die nächsten Bauschritte im neuen Viertel laufen bereits die Vorbereitungen: Neben den Arbeiten an der Werkstätterstraße, wo ein Fitnessstudio und ein Gastronomiebetrieb entstehen soll, bereitet das Team alles für den Umbau der großen Werkhalle vor.

In drei bis vier Jahren soll auch der abgeschlossen sein. "Hier ist eine Mischung aus Wohnen, Arbeiten, Freizeit und Einkaufen geplant", sagt Rottes. Wohnraum für insgesamt 1500 Menschen soll das neue Viertel bieten, mit aktuell 750 sind 50 Prozent der Neuen Bahnstadt bereits bewohnt.

Quelle: RP
 
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