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Leverkusen
Die Blase kennt kein Erbarmen

Leverkusen: Die Blase kennt kein Erbarmen
Am Landrat-Trimborn-Platz nahe dem alten Finanzamt in Opladen hält die Wupsi für Busfahrer kein separates Klöchen vor. Ebenso nicht am Busbahnhof Wiesdorf. FOTO: Uwe Miserius
Leverkusen. Müssen müssen. Heikles Thema. Aber jeder kennt's und schafft Abhilfe. Aber wie erledigen das eigentlich Busfahrer im städtischen Linienbusdienst? Von Ludmilla Hauser

Die Blase kennt kein Erbarmen. Ihr ist's gleich, ob gerade ein stilles Örtchen erreichbar ist. Was raus will, will raus und ficht dafür gnadenlos mit dem Schließmuskel. Linien-Busfahrer dürften das kennen - immerhin sitzen sie auf dem Weg quer durch Leverkusen ziemlich lang hinterm Lenkrad. "Von Endhaltestelle zu Endhaltestelle sind unsere Fahrer rund eine Stunde unterwegs", berichtet ein Wupsi-Sprecher. Gut. Solange müsste eine Blase es aushalten können. Noch besser: "An den Endhaltestellen gibt es immer eine Toilette speziell für Busfahrer, für die man einen Schlüssel haben muss." In der Winterzeit gibt es Heizstrahler, die dafür sorgen, dass es auf dem stillen Örtchen nicht auch noch eiskalt ist. Die Wupsi hat Reinigungskräfte beauftragt, die die Busfahrer-WCs sauberhalten.

Das Aber folgt auf dem Fuße: "Es gibt in Sachen Endhaltestellen-Toilette zwei Ausnahmen", berichtet der Wupsi-Sprecher weiter: "Am alten Finanzamt in Opladen und am Busbahnhof Wiesdorf haben wir keine Extra-Toiletten für unsere Fahrer." Die könnten dort auf die öffentlichen Toiletten ausweichen. "Dies funktioniert nach unserem Wissen problemlos. Von daher gibt es aktuell keine Überlegungen dort zusätzliche eigene Toiletten zu installieren." Ob die Fahrer das gerade am Bahnhof Wiesdorf allerdings besonders angenehm finden - die Toilette hat einen extremen Müffel-Schmuddelfaktor trotz täglicher zweifacher Reinigung (wir berichteten) -, vermag der Wupsi-Sprecher nicht zu sagen.

Aber: In gut eineinhalb Jahren soll das Wiesdorfer Busbahnhofsareal ohnehin umgebaut werden, dann "spielt sicher auch die Frage, wie viele Toiletten dort benötigt werden bei der Gesamtplanung eine Rolle", sagt die Leverkusener Stadtsprecherin Heike Fritsch.

In Opladen schlägt die fehlende Busfahrer-Toilettenanalge nicht - salopp gesagt - zu sehr auf die Blase, denn: Dort könnten sich die Fahrer zu den Toiletten in den öffentlichen Gebäuden begeben, heißt es von der Stadt. Im Umkreis der Endhaltestelle liegen das Verwaltungsgebäude Miselohestraße, das Stadtarchiv und das Straßenverkehrsamt.

Und was ist, wenn's unterwegs auf der Strecke doch mal untenrum ganz dringend drängt? "Wenn der Fahrer es gar nicht mehr aushalten kann bis zur Endhaltestelle, dann muss er sich bei unserer Verkehrssteuerung melden", erläutert der Wupsi-Sprecher. "Dort wird dann geschaut, dass ein Ersatzfahrer rauskommt, damit der Kollege zur Toilette gehen kann."

Eines ist offiziell in Sachen Blaseerleichtern bei der Wupsi nicht erlaubt: "Den Bus mit Fahrgästen mal eben abstellen und das Fahrzeug verlassen, um sich zu erleichtern." In der Praxis ist der Busfahrer an sich wahrscheinlich flexibler. In einem Internetforum etwa schreibt der Nutzer Mike1970Berlin, offenbar Busfahrer aus der Bundeshauptstadt, auf die Frage, wie sich Linienbusfahrer helfen: "Busfahrer nutzen normalerweise die Pause an der Endhaltestelle und können dann locker 1-2 Stunden aushalten. Und ganz im Ernst... wenn es nimmer geht, halte ich an, Motor aus, Schlüssel abgezogen, Wechselgeldkasse in die Hand und in die Kneipe/Café/Toilettenhäuschen/McDo/Gebüsch auf dem Weg. Kurze Info an die Fahrgäste, sollte jeder verstehen."

Quelle: RP
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