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Leverkusen
"Die Deutschen sind leider Aktienmuffel"

Leverkusen: "Die Deutschen sind leider Aktienmuffel"
Traut der Bayer-Aktie jetzt wieder mehr Chancen zu: Anlagen-Experte Wolfgang Müller von der Volksbank. FOTO: Miserius Uwe
Leverkusen. Die Covestro-Aktie feiert in diesem Monat ersten Börsen-Geburtstag. Ihr Wert hat sich in dem Jahr verdoppelt. Und wie haben sich in der Zeit die Aktien der anderen beiden Großkonzerne des Chemparks entwickelt? Wolfgang Müller, Hans-Jörg Schaefer (beide Volksbank Rhein-Wupper) und RP-Redakteurin Ludmilla Hauser kauften Ende 2015 virtuell Aktien der drei Großen in Leverkusen und ziehen nach zehn Monaten Zwischenbilanz ihres Börsenspiels. Volksbank-Chef Schaefer erläutert zudem, wie sich eine Aktienanlage am besten bezahlt macht. Von Ludmilla Hauser

"Eine Aktienanlage ist ein langfristiges Investment", betont Hans-Jörg Schaefer, Chef der Volksbank Rhein-Wupper. "Und ein einzelner Titel, also ein Papier von einem Unternehmen, ist nur etwas für erfahrene Anleger", betont der Banker. Doch davon gibt es Deutschland nicht allzu viele, sagen er und Kollege Wolfgang Müller. Fakt sei, dass in Deutschland im Vergleich zu den USA eine äußerst schwach ausgeprägte Aktienkultur herrsche. "Gerade einmal fünf Prozent der Deutschen haben Aktien", berichtet Anlage-Experte Müller. Schaefer: "Die Deutschen sind Aktienmuffel." Leider, setzt er hinterher. Denn seit Jahrzehnten ließen sie so Renditen liegen.

Die deutschen Dax-Unternehmen, sagen die beiden Fachleute, gehörten zu einem großen Teil ausländischen Aktionären. Beispiel Bayer: Hier listet der Konzern nach einer internationalen Erhebung (Quelle: IPREO) in der Aktionärsstruktur nach Ländern auf, dass 20 Prozent der Aktien in Deutschland beheimatet sind (höchster Anteil: USA/Kanada 27,7 Prozent).

Hans-Jörg Schaefer, Chef der Volksbank Rhein-Wupper, bleibt für Lanxess optimistisch. FOTO: Uwe Miserius (Archiv)

Dazu, wie man in Aktien anlegen kann, nennt Schaefer ein Beispiel: "Wenn ein 30-Jähriger als Altersvorsorge 10.000 Euro anlegen will, sollte er das breit gestreut, langfristig und gut gemanagt, etwa in einem deutschen oder europäischen Aktienfonds, tun."

Jemandem, der zwei Jahre vor der Rente etwas für die Altersversorgung tun will, rät Schaefer von Aktien ab. "Hier darf man wegen der Kürze der Zeit keine Risiken eingehen, sondern muss das Geld nah am Kapitalerhalt anlegen." Wem Aktienfonds zu teuer sind, dem rät der Banker zum Indexfonds (bildet einen Börsenindex, etwa den Dax, nach), bei dem Managementgebühren niedriger ausfallen.

Ludmilla Hauser freut sich über die Kursverdopplung. Die abgebildeten Charts stammen vom Beginn des Börsenspiels 2015. FOTO: Miserius Uwe
Quelle: RP
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