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Leverkusen
Die Drama-Ticker und die messerscharfen Mörder

Leverkusen. Normalerweise gibt es im Krimi zuerst eine Leiche, dann beginnen Ermittlungen. Dem Zuschauer werden die Wahrheiten dabei Häppchenweise serviert und gerne so, dass er zunächst auf eine völlig falsche Fährte geführt wird, so dass ihn die Lösung am Ende einigermaßen unerwartet trifft. Beim diesjährigen Stück der Drama-Ticker "Mörder mögen's messerscharf" aber ist das ganz anders. Da erfährt das Publikum bereits von dem Mord, bevor das Opfer überhaupt entdeckt wurde, und zwar vom Toten persönlich. Denn der erstochene und im See versenkte Baron spukt bereits - ganz in Weiß - als Geist herum und belauscht die Täter: Seine überkandidelte Gattin hat den vertrottelten Verwalter dazu angestiftet. Von Monika Klein

Nach ersten Auftritten in der Heimatgemeinde Herz Jesu war die Theatergruppe der Bürgervereinigung Kolonie II und III mit der aktuellen Produktion jetzt im Saal der neuen Rheindorfer Hoffnungskirche zu Gast. Das Bühnenbild ist so mobil gestaltet, dass es sich an verschiedene Orte anpassen lässt. Das lohnt sich, denn es werden jährlich mehr Tourneestationen, an die die Drama-Ticker eingeladen sind.

Vor Weihnachten war dieses die letzte, aber im Januar folgen noch drei weitere Vorstellungen. Dann wird der Geist des Herrn Baron an anderer Stelle auftauchen, sichtbar nur für das Publikum, für die anderen Protagonisten ist er einfach Luft.

Hören können sie ihn natürlich auch nicht, aber die Zuschauer zum Glück schon. Denn bei allem Übel hat der Baron den Humor nicht verloren, auf sein Konto gehen etliche Lacher bei dieser Krimi-Komödie von Christine Steinwasser, inszeniert von Holger Klän, dessen Vater Walter Klän die Gesamtleitung hat. Wolfhardt Weiß geht in der Rolle des geisternden Baron auf, und Gudrun Hajek mimt seine nicht ganz so treue Gattin, die es sich mit ihrer Arroganz und ihrem vornehmen Getue mit so ziemlich allen verscherzt hat: außer dem verliebten Verwalter natürlich, den Volker Jung spielt.

Wie die drei Darsteller gehört auch Heidi Wurth zu den Urgesteinen der Theatergruppe. Sie ist das ewig plappernde und neugierige Hausmädchen. Butler Johann entgeht nichts, obwohl er heimlich so manchen Cognac aus der Hausbar probiert. Jürgen Ehlen leiht ihm seine vornehm näselnde Stimme, die so manche Pointe platziert.

Für weitere erheiternde Momente sorgen die Schwestern des Barons (Renate Kühn und Renate Peters), die immer im Doppel auftreten und gar keine gute Meinung von der Hausherrin haben. Ein Polizeibeamter (Klaus Triebel) ermittelt als Hilfsbutler undercover.

Und eine burschikose Kommissarin (Martina Dietrich) soll den Fall aufklären. Jedenfalls ist es ein abendfüllender Spaß, der mehr auf das Zwerchfell zielt, als an den Nerven der Zuschauer bei der Aufführung zerrt.

Quelle: RP
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