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Leverkusen
Die erste "UnternehmerIn des Jahres"

Leverkusen: Die erste "UnternehmerIn des Jahres"
Natalie Kühn von SK Elektronik ist seit gestern Abend Leverkusener "Unternehmerin des Jahres". FOTO: Miserius, Uwe (umi)
Leverkusen. Natalie Kühn ist 33 Jahre alt und Chefin von SK Elektronik in der Fixheide. Für ihr Engagement und vor allem ihre frischen Ideen an der Firmenspitze hat sie gestern den Unternehmerpreis bekommen - und ein dickes Mitarbeiterlob. Von Ludmilla Hauser

Sie ist jung. Sie ist aufgeschlossen. Und sie hat als erste Frau geschafft, was 13 Mal vor ihr nur Männern gelungen ist: Natalie Kühn ist die erste "Unternehmerin des Jahres". Gestern Abend wird sie im Erholungshaus dazu gekürt. Vorjahrespreisträger Lorenz Smidt hält die Laudatio.

Stunden zuvor bei SK Elektronik, dem Unternehmen, dessen Chefin Kühn ist, gibt's ein richtig dickes Lob. Von denen, die es aus erster Hand wissen müssen: den Beschäftigten. "Frau Kühn ist einfach eine gute Chefin", berichtet eine Mitarbeiterin. Und es klingt sehr schön, sehr ehrlich und sehr von Herzen kommend. Begründung: "Weil sie jung und aufgeschlossen ist."

Und neugierig - auf Menschen, auf neue Möglichkeiten, neue Konzepte, Innovationen. "Wenn ich in die Freundschaftsbücher aus der Kindheit gucke, steht da bei der Frage ,Berufswunsch' als Antwort Detektiv", erzählt die 33-Jährige. "Als Kind war ich ein großer Sherlock-Holmes-Fan." Eine Art Spürnase braucht sie heute noch an der Spitze eines rund 30-köpfigen Mitarbeiterteams, weil sie Menschen führt, weil sie Chancen erkennen und Innovations- und Motivationstreiber sein will, sagt sie. "Ich komme aus der Generation Y, die sich nicht nur durch monetäre Anreize in Firmen locken lässt, sondern auch andere Dinge hinterfragt wie die Werte eines Unternehmens."

Darum geht es auch gestern Abend: Das Thema Nachhaltigkeit hat die Wirtschaftsförderung Leverkusen (WfL) in den Mittelpunkt gerückt. Bevor die erste Frau in Leverkusen den Unternehmerpreis bekommt, referiert Prof. Dr. Michael Braungart zum Thema intelligente Resourcennutzung. Das ist Natalie Kühn angenehm, womöglich angenehmer, als hätte die WFL Emanzipations-Gallionsfigur Alice Schwarzer als Gastreferentin eingeladen. Denn: "Ich freue mich sehr über die Auszeichnung - auch und insbesondere, weil an diesem Abend das Thema Nachhaltigkeit im Vordergrund steht", sagt Kühn in ihrer Dankesrede. "Dies beinhaltet für unser Unternehmen nicht nur die Entwicklung und Produktion von nachhaltigen Produkten aus dem Bereich der Umwelttechnik, Mess- und Analysentechnik sowie Elektromobilität und Brennstoffzellenforschung. Der verantwortungsvolle Umgang mit den verwendeten Primärressourcen im Betrieb spielt innerhalb unserer Unternehmenskultur schon lange eine tragende Rolle."

Kühn kommt dann wieder auf ein ihr sehr am Herzen liegendes Thema sprechen: den nachhaltigen Umgang mit der Ressource Mensch. "Sie bilden die Basis dafür, dass hier innovative Produkte entstehen können."

Wie das anderswo geht, hat die 33-Jährige, die seit 2005 im elterlichen Unternehmen SK Elektronik und seit 2007 dessen Geschäftsführerin in Leverkusen und Erfurt ist, schon früh erfahren. Nach dem Abi am Lise-Meitner-Gymnasium und dem International Management- und Wirtschaftsingenieur-Studium in Karlsruhe sammelte Natalie Kühn in Neuseeland und Australien Berufserfahrung in einem US-amerikanischen Unternehmen. "Dabei ging es unter anderem um Integration von Menschen mit Migrationshintergrund, weil Australien und Neuseeland zuwanderungsstarke Länder sind", erzählt sie.

Generationenwechsel, Fachkräftebindung, flexible Arbeitszeitmodelle, Unternehmenskultur mit nachhaltigen Werten, "mit denen sich auch eine Generation Y identifizieren kann" - Kühn spricht auch schon am Nachmittag vor dem großen Rummel im kleinen Schwarzen, als sie Ruhe mit ihren Eltern zusammensitzt, mit Leidenschaft für ihren Beruf. "Es geht mir nicht so sehr darum, dass ich die erste Frau bin, die so einen Preis bekommt", gesteht sie offen. "Sondern dass nach den Preisträgern, die deutlich länger das Zepter in der Hand halten als ich, nun ein junger Mensch, der andere Konzepte lebt, geehrt wird."

Quelle: RP
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