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Leverkusen
Die Göttin wartet auf ein Bad im Rhein

Leverkusen. Morgen öffnet die Hitdorfer Galerie Flowfineart eine neue Ausstellung unter anderem mit Skulpturen von Magorzata Chodakowska. Von Monika Klein

In sich ruhend und ganz auf die eigene Person konzentriert sind die Skulpturen von Magorzata Chodakowska. Insofern passen die Werke der polnischstämmigen Künstlerin, die heute in Dresden lebt, sehr gut in das Konzept der Stille, dem sich die Hitdorfer Galerie Flowfineart verschrieben hat. Allerdings arbeitet die Bildhauerin gegenständlich und ist so doch eine Ausnahme im Haus.

Inspiriert vom modernen Ausdruckstanz treibt sie ein Urbedürfnis nach Schönheit und Ästhetik an. Die starke Körperspannung vermittelt das Selbstbewusstsein einer Göttin. Zwei der weiblichen Akte von Magorzata Chodakowska sind diesen Sommer in Hitdorf zu Gast, eine Stehende im Erdgeschoss und eine Sitzende, mit einer Art Handtuchturban auf dem Kopf, liegt im oberen leeren Raum, als warte sie hier auf ihr Bad im Rhein, der in Sichtweite vor dem Fenster vorbei fließt. Die Figuren sind in Holz gearbeitet und anschließend in Bronze abgegossen.

Umgeben sind sie von abstrakter Malerei, die bei dieser Ausstellung mit zwei unterschiedliche Positionen vertreten ist. Eher meditativ und sinnlich sind die Landschaften von Dirk Gross, die eigentlich vorwiegend aus horizontalen Linien bestehen. Je nach Blickwinkel und Platz verändert sich die Wahrnehmung. So mag man in zwei Fällen das Gemälde als Fortsetzung des Rhein-Verlaufs vor dem Fenster empfinden. Klare geometrische Formensprache bevorzugt dagegen Ulla Ströhmann, die für sich die uralte Technik der Enkaustik entdeckt hat. Auf einem Holzkörper löst sie Pigmente in Bienenwachs auf, das sie in vielen Schichten übereinander aufträgt. Auf diese Weise sind die großen, kühl konstruierten Farbflächen ihrer manchmal mehrteiligen Arbeiten niemals starr oder tot. Sie haben Tiefe und Leuchtkraft, verändern sich je nach Lichteinfall und Betrachtungswinkel. Klare Linie und Formen, die auf ein Minimum reduziert sind, zeichnen die Plastiken von Harald Kahl aus. In Granit oder eingefärbtem Beton untersucht er das ideale Verhältnis von Raum, Masse und Volumen.

Der Fotograf in der Runde bespielt dieses Mal zwei Räume mit unterschiedlichen Serien. Während unten farbige Naturaufnahmen von Arsen Fedosenko ausgestellt sind, hängen in der ersten Etage Arbeiten mit Kindern. Nur von hinten zu sehen ist beispielsweise ein kleiner Junge, in einem Saal, der ganz offensichtlich bessere Zeiten gesehen hat.

Eröffnet wird die neue Ausstellung in der Galerie Flowfineart, Rheinstraße 54, am morgigen Sonntag, 2. Juli, von 11 bis 15 Uhr. Sie endet mit der Leverkusener Kunstnacht am 13. Oktober. Geöffnet jeden Samstag und Sonntag von 15 bis 19 Uhr und zu den Sonntagsmatineen (30. Juli, 27. August, 24. September) von 11 bis 14 Uhr.

Quelle: RP
 
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