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Leverkusen
Die Kunst als Pfad zu Glück und Freiheit

Leverkusen: Die Kunst als Pfad zu Glück und Freiheit
Sie sind als Künstler und auch privat ein Paar: Sigrid Riech-Neumann und Harald Friese stellen ab heute in der Spektrum-Galerie aus. FOTO: Uwe Miserius
Leverkusen. Beim Malen sieht Sigrid Riech-Neumann immer glücklich aus, hat ihr Lebensgefährte Harald Friese bei der gemeinsamen Arbeit festgestellt. Von Monika Klein

Sigrid Riech-Neumann und ihr Lebensgefährte Harald Friese können sich glücklich schätzen, denn beide verbindet die Freude am Malen. Das tun sie meist gleichzeitig und sitzen sich dabei gegenüber, wenn sie mit durchaus unterschiedlichen Palette und Materialien ans Werk gehen. "Du lachst immer, wenn du malst", hat Friese seine Lebensgefährtin beobachtet. Also scheint die künstlerische Betätigung glücklich zu machen. Doch was ist überhaupt Glück? Warum ist man glücklich, und was macht das Gefühl aus? Warum jagen die Menschen dem Glück hinterher und erkennen es erst, wenn es sie verlassen hat? Eine Fülle von Fragen warf Frieses Beobachtung auf, und so wurde es ziemlich philosophisch zwischen den beiden Staffeleien, wo das Glück so greifbar und präsent erscheint. Nicht zuletzt, weil sich beide in ihrem Tun frei fühlen können. Dieses Bewusstsein jedenfalls beflügelte das Paar zur diesjährigen gemeinsamen Ausstellung "Kunst - Pfad zu Glück und Freiheit" in der Spektrum-Galerie, die heute Abend eröffnet wird.

Sigrid Riech-Neumann hat seit der letzten Präsentation vor einem Jahr ihre spezielle Technik weiter entwickelt, um durch Zugabe von Verdicker noch mehr Tiefenwirkung zu erreichen. Der Anfang ist immer gleich. Bei den ersten Öl-Farbaufträgen lässt sie sich von der eigenen Befindlichkeit leiten. Sie spachtelt die Farben bei kleinen wie großen Formaten in mehreren Schichten übereinander. Dann wird der Auftrag mit dem Rakel abgezogen, so dass teilweise untere Farbaufträge sichtbar werden, an anderen Stellen die oberste Schicht sichtbar bleibt. Bis zu diesem Punkt arbeitet der Zufall mit. Aber dann sucht die Malerin nach Formen und Strukturen, die sie weiter verfolgt. Dann greift sie ganz bewusst ein und steuert den Prozess mit dem Pinsel. Dabei stellen sich auch die zumeist poetischen oder märchenhaften Titel wie "Feenwald", "Mondscheinsonate" oder auch "Wattwanderung" ein.

Harald Friese hat "leichtere" Materialien wie Aquarellfarbe oder Öl-Pastell gewählt und unter anderem völlig uneitle Selbstbildnisse geschaffen, durchaus mit einer Portion Humor. "So fühlt man sich eben manchmal" kommentiert er den Kopf, der eher zufällig aus einer Farbstudie erwachsen ist. Friese ist seinem Hang zu Ordnung treu geblieben und hat mit Tusche filigrane Blattstrukturen von Gingko oder Mooreiche auf zarte, wässrige Farbmuster gezeichnet und das Ganze auf dunklen, flüchtig bemalten Karton gesetzt.

In einer Ecke zeigt das Paar, wie es in gleicher Technik und doch unterschiedlich arbeitet. Mit schwarzer Tusche und Gold- oder Silberwachs entstanden Blätter ganz besonderer Art. Anders als bei der Verwendung von Blattgold, die Friese in einem Porträt zeigt, wurdet das Gold durch die Beimischung von flüssigem Wachs streichfähig und matt. Zwei abstrakte Bilder in beruhigendem Grün haben beide gemeinsam gemalt. Sie sehen darin Schlossteiche, die in allen Grün-Nuancen schimmern.

Quelle: RP
 
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