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Leverkusen
Die Sonne lockt die Camper an den Rhein

Leverkusen: Die Sonne lockt die Camper an den Rhein
Siggi Hoffmann macht eigentlich gerade klar Schiff auf seinem Stellplatz am Baumberger Rheinufer. Hund Rasty hält allerdings wenig vom Aufräumen. Er will lieber spielen. FOTO: RALPH MATZERATH
Leverkusen. Urlaub in der Heimat: Auf dem Gelände am Rhein in Monheim-Baumberg schaffen sich rund 300 Dauergäste ein zweites Zuhause. Von Petra Czyperek

Eigentlich ist Siggi Hoffmann ziemlich beschäftigt. Nach den kühlen und regnerischen Märzwochen muss er jetzt seinen Stellplatz auf dem Campingplatz "Rheinblick" in Baumberg von Schlamm, Dreck und Blättern befreien, den Pavillon aufbauen und das Vorzelt am Wohnwagen festzurren. Doch sein vier Monate alter gefleckter Miniature Australian Shepherd Rasty kommt immer wieder schwanzwedelnd mit einem Gummibällchen in der Schnauze angelaufen und will spielen. Wer kann da widerstehen?

Der 79-jährige Rentner liebt die freie Natur in der Umgebung des Baumberger Campingplatzes und den Blick auf den Rhein: "Das ist mein Lebens-Elexier", sagt er. Seit 1996 ist er hier Dauergast. Obwohl er in Baumberg lebt, zieht es den gebürtigen Pfälzer nicht in die Ferne. Auch seine Frau Gabriele (61) ist - so oft sie kann - mit ihm hier draußen.

Die beiden haben sich gerade erst einen neuen Wohnwagen gekauft und freuen sich auf wärmere Tage. Sie grillen gerne und pflegen den Kontakt zu ihren Nachbarn auf dem Platz. "Das sind tolle Leute. Wir helfen uns immer gegenseitig aus." Fischfan Siggi Hoffmann hat sich sogar einen Räucherofen angeschafft. Nur selber angeln mag er nicht. Stillsitzen gehöre nicht unbedingt zu seinen Leidenschaften, sagt er. "Ich brauche ein Hobby, bei dem ich mich bewegen kann." Hoffmann erzählt, er sei früher einmal Schwimm-Meister im Monheimer Freibad gewesen: "Ich habe die Eröffnung miterlebt und war auch noch dabei, als es geschlossen wurde."

Auch auf den Nachbarparzellen wird hier und da schon geschrubbt und gewienert. Am 1. April war in Baumberg Saisonauftakt. "Einige Gäste haben ihre Wagen aber schon Mitte März bei uns abgestellt", sagt Platzwart Frank Pareigat (51).

Viele Familien verbrächten ab Mitte April die ganze Saison am Rhein, erlebt der 51-Jährige. Rund 300 Dauercamper überwiegend aus Solingen, Remscheid und Leverkusen gehörten zu den Stammgästen. "Gerade stehen aber auch einige Tagesgäste aus dem Emsland und aus Cottbus bei uns auf der Anlage." Auf der großen Zeltwiese am Wasser ist Platz für bis zu 20 Zelte. Das Publikum sei gemischt. Neben Familien kommen auch viele ältere Gäste und Singles. "Urlaub ist teuer, und wer aus der Region zu uns kommt, muss außerdem nicht weit fahren."

Pareigat und zahlreiche Helfer sind - wie die bereits eingetroffenen Camper - mit Reparaturen und Aufräumarbeiten beschäftigt. "Nach dem Rückgang des Hochwassers im Februar haben wir Treibgut vom Ufer geholt und Zäune repariert", berichtet der 51-Jährige. Das Gelände sei teilweise noch sehr matschig. Und bis die Sonne den Boden abgetrocknet habe, müsse man noch etwas Geduld mitbringen.

Um die befestigten Stellplätze und ihre rund 100 Quadratmeter großen Parzellen kümmerten sich die Leute selber. Nur manchmal ist Frank Pareigats Unterstützung gefragt, beispielsweise wenn es darum geht, einen großen Wohnwagen akkurat aufzustellen, oder wenn es Probleme mit dem Strom- oder Wasseranschluss für den Stellplatz gibt.

Quelle: RP
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