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Leverkusen
Die spritzige Spielfreude des Alliage Quintetts im Schloss

Leverkusen. Der rasante Auftakt stellte bereits klar, was dieser Abend bringen würde: dichten Sound vor allem und spritzig lebendig präsentierte Musik. Von Monika Klein

Trotz der Quintett-Besetzung jedenfalls gab es keine intime Kammermusik, wie sie in diesen Räumen sonst zu hören ist. Vier Saxofone und ein Klavier brachten den ganzen Spiegelsaal im Schloss Morsbroich zum Schwingen. Mit größtem Vergnügen offenbar. "Wir fühlen uns sehr wohl in diesem Schloss", bedankte sich Daniel Gauthier für die erneute Einladung zum Konzert von KulturStadtLev. Der Gründer und Leiter des Alliage Quintetts hat mit seinem Ensemble schon mehrfach hier gespielt und hat in Leverkusen bereits eine begeisterte Fangemeinde.

Kein Wunder, denn dieses Quintett vereint nicht nur technisch versiertes Spiel mit Musikalität und pulsierender Lebensfreude. Es ignoriert ganz erfrischend das übliche Schubladendenken. Hier werden Grenzen zwischen Genres und Stilen überwunden, und so entstehen völlig neue Hörerlebnisse, beziehungsweise Zusammenhänge.

Das aktuelle Spielzeitmotto "Lebens(t)räume" haben Daniel Gauthier und seine musikalischen Kollegen mit Vergnügen aufgenommen und in verschiedenen Facetten ausgeleuchtet. Beispielsweise verbanden sie Zeit-Räume in einer zeitgenössischen Komposition von Johannes Meyerhöfer, der in seinem Stück "Remembering Brahms" im Stil des Romantikers und in der klassischen Form einer Sonate anlegte, sein musikalisches Themenmaterial allerdings bei den Beatles abschöpfte.

Mit einem schlichten Medley hat diese wirkliche Neuschöpfung gar nichts zu tun. Die entfernt sich zum Teil ziemlich weit von den ursprünglichen Melodien wie "Let it be", "Yesterday" oder "Michelle". Lebensträume vermittelte Bühnen- oder Filmmusik wie die Ouvertüre von Bernsteins Musical "Candide" oder Michael Nymans Komposition zu "The Piano".

Außerdem gab es eine Uraufführung von Jun Nagao, der sich von englischen und irischen Volksliedern zu "Unforgettable Knot" inspirieren ließ. Faszinierend klangen Bearbeitungen von Barbers Streicher-Adagio oder der Orchestersuite von Gustav Holst.

Quelle: RP
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