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Postskriptum Diese Woche In Unserer Stadt
Die Stadt soll sparen - gilt das auch für die Chefs?

Leverkusen. Die Stadt Leverkusen soll drastisch sparen und gleichzeitig werden höhere Steuern angedroht. Der Stadtrat sollte mal die Bürger um eigene Sparvorschläge bitten.

Die überfallartig losgetretene Spardebatte für die Leverkusener Stadtverwaltung hat diese Woche geschockt. In unserer Redaktion landen derzeit ungewöhnlich viele Reaktionen. Vor allem die Kosten für den Betrieb des feinen Schlösschens mit dem integrierten Museum sorgen für eine Spaltung der Bürgerschaft.

Ganz nebenbei an dieser Stelle: Da offenbar zahlreiche Bürger das Museum und sein Programm, auch das kinderpädagogische, nicht kennen, wird oft ansatzlos die Aufgabe des Museums gefordert. "Bruche mer nit, fott damit", würde der Kölner in seiner leicht verniedlichenden Sproch sagen. Allerdings ist auch die Kulturelite längst auf dem Baum und schreit: "Schande über alle, die das Ende des Museums fordern." Da dürften noch viele Argumente, Vorwürfe, Beschuldigungen und Unterstellungen ausgetauscht werden. Spannende Zeiten eben.

Vielleicht würde es zur Versachlichung ja helfen, wenn die Museumsleitung im Zusammenspiel mit dem Kulturdezernenten kurzfristig einen Informationstag organisiert. Zumal selbst so mancher Kulturpolitiker nur selten oder gar nicht im Museum auftauchen soll. Oder ist das eine unzulässige Unterstellung?

Die Museumsschließung ist nur die Spitze der Sparvorschläge, im Grunde haben die Herren Berater einen drastischen Eingriff in die Bildungslandschaft der Stadt vorgeschlagen. Dies kann man grundsätzlich wollen. Dies kann möglicherweise unumgänglich sein, aber die Folgeschäden, speziell bei den Kindern, reparieren zu müssen, dürfte teuer werden. Krass ist, welche Ausgaben sich die Stadt und ihre Tochterfirmen an anderen Stellen leisten. Dabei reden wir hier nicht vom überzogenen Verdienst des Leverkusener Sparkassenchefs, der an der Höhe selbst wenig schrauben kann. Da sind die Politikvertreter im Sparkassen-Verwaltungsrat, die solchen Summen zustimmen, wohl eher verantwortlich.

Aber ist es richtig, dass ein Oberbürgermeister - egal welcher - für seine wenigen Sitzungen mit dem Verwaltungsrat der Sparkasse satte 13.500 Euro pro Jahr bekommt? Oder 6000 Euro von der EVL? Plus 2400 Euro von der Avea? Plus 1600 Euro vom armen Klinikum? Der Stadtchef ist in den Gremien, weil er Oberbürgermeister ist. Sind bei diesen üppigen Zahlungen auch Kürzungen geplant? Das Geld gehört, wenn es schon gezahlt wird, komplett dem Bürger. Ulrich Schütz

Quelle: RP
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