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Leverkusen
Die wilden Zwanziger in Buch und TV

Leverkusen: Die wilden Zwanziger in Buch und TV
Daniel Kiecol (l.) und Martin von Mauschwitz im Buch-Gespräch. FOTO: UM
Leverkusen. Das kleine Schwarze, Bauhaus, Charleston und Art Deco - die 1920er Jahre hatten Swing. Wenn TV-Moderator Martin von Mauschwitz sagt: "Es war eine superspannende Zeit", dann meint er diese Jahre, die bis heute nachwirken. Dr. Jürgen Kron, Verlagsleiter des Droste-Verlags, bezeichnete sie deshalb als "Mythos, der die Zeit überdauert hat". Diese Zeit brachte eine Modernisierung der Gesellschaft und neue Freizügigkeit, aber auch das Elend von Inflation, Wirtschaftskrise, Armut und politischem Niedergang mit sich.

Am Donnerstag plauderte der "Aktuelle Stunde"-Moderator über das jetzt erschienene Buch zur gleichnamigen WDR-Produktion "Die wilden Zwanziger an Rhein und Ruhr" mit dem Leverkusener Autor Dr. Daniel Kiecol vor rund 50 Gästen im Restaurant Haus am Park. Fast zwei Stunden wurden die Themen Architektur, Gesellschaft, Musik, Kultur und Politik angerissen. Da gab es etwa den damaligen Kölner Oberbürgermeister und späteren Bundeskanzler Konrad Adenauer, in dessen Amtszeit unter anderem die Gründung von Messe, Butzweiler Hof, Ford-Werken Niehl und Fertigstellung der Mülheimer Brücke fielen. Kiecol: "Er hat alles für Köln getan und agierte unter dem Motto was kann Köln, was Düsseldorf nicht kann."

Das Kino sorgte für Amüsement. Den "Superstar Harry Piel" bezeichnete Kiecol als den "Bruce Willis der damaligen Zeit." Zudem vergnügten sich die Menschen bei Musik und Tanz. Foxtrott und Charleston waren angesagt. Für die Dreharbeiten wollte Mauschwitz, - der erste journalistische Erfahrungen bei der Rheinischen Post sammelte und "allerbeste Erinnerungen" daran hat, Charleston lernen. Und erfuhr, warum dieser Tanz aus Amerika so erfolgreich war, obwohl anderes aus Amerika abgelehnt wurde: "Frauen konnten plötzlich alleine tanzen und mussten nicht länger warten, dass ein Mann sie auf die Tanzfläche führte", sagte Mauschwitz.

Auch Fußball war ursprünglich kein Arbeitersport. Clubs entstanden erst "nach der Jahrhundertwende im Umfeld kirchlicher Jugendgruppen von Gemeinden, die nahe der Zechen und Industriegebiete lagen", informierte der Autor.

Das Buch "Wir in den wilden Zwanzigern" ist erschienen im Droste Verlag und im Buchhandel für 24,99 Euro erhältlich.

(kno)
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