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Leverkusen
"Differentia": drei Künstler, drei Stile, ein Ausstellungsort

Leverkusen: "Differentia": drei Künstler, drei Stile, ein Ausstellungsort
Dagmar Hellmund, Gerd Homberg und Marianne Löwer (v.l.) zeigen im Awo-Familienseminar ihre Werke. Titel der Schau: "Differentia". FOTO: Uwe Miserius
Leverkusen. Der Mut zu kräftigen Farben und ein sicheres Gefühl für die Bildaufteilung sprechen für sich. Das eint alle drei Künstler, die seit Freitag in den Räumen des Awo-Familienseminars am Berliner Platz ausstellen und die alle aus derselben Schule stammen. Von Monika Klein

Alle durchliefen die Ausbildung bei Ellen-Loh-Bachmann (Eloba), stehen aber längst auf eigenen Beinen und haben seitdem mit neuen Techniken und Bildfindungen experimentiert. "Differentia" haben sie ihre Ausstellung überschrieben, weil sie - trotz erkennbarer Gemeinsamkeiten - eigene und sehr unterschiedliche Handschriften entwickelt haben.

Naturalistisch erscheint die Meerlandschaft mit ausgeprägter Wolkenformation und Holz-Buhnen, die sich vom Ufer ins Wasser reihen von Marianne Löwer. Allerdings nur aus der Entfernung. Je näher man dem Gemälde kommt, umso mehr lösen sich die Konturen auf. Die Landschaft zerfällt in eine Oberfläche mit Farbflecken. In anderen Bildern hat sich Löwer noch weiter vom Gegenständlichen entfernt. "Man ist nicht einfach so abstrakt, wenn man vorher impressionistisch gemalt hat", versichert sie, dass es durchaus ein mühsamer Weg ist, den sie seit der Ausbildungszeit beschritten hat.

Auch Dagmar Hellmund ist diesen Weg gegangen, aber anders. Sie experimentiert gerne mit den Eigenschaften von Farben. Überlistet sie, so dass sich Bläschen bilden, die als Gischt in einer Meerlandschaft mit Klippen erscheinen, oder verflüssigt sie so, dass sie über die Fläche rinnen und Spuren hinterlassen. Von "Verlaufsfarben" spricht die Malerin bei diesem Verfahren, das dem Zufall eine Chance einräumt, aber letztlich doch weitgehend von ihrer Hand gelenkt wird.

"Ich wollte etwas zeigen, das schwebt", erklärt Gerd Homberg ein Bild, in dem eine Kugel wie aus einem Loch herausgeschleudert erscheint. Ansonsten interessieren ihn vereinfachte architektonische Formen, die er verschachtelt, teils transparent übermalt. Oder die klare Ordnungsstruktur einer südeuropäischen Siedlung mit kastenförmigen weißen Häusern und roten Dächern.

Bis 22. Januar ist die Ausstellung "Differentia - Drei Künstler, drei Stile" im Awo-Familienseminar, Berliner Platz 3, zu sehen. www.familienseminar.info

Quelle: RP
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