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Leverkusen
Diskussion um Sperrstunde in Opladen

Leverkusen: Diskussion um Sperrstunde in Opladen
Opladener Wirte würden gerne länger öffnen - und auch selbst für Ruhe sorgen. FOTO: Schwarze-Blanke
Leverkusen. Der Antrag in der Bezirksvertretung auf Verlängerung bis 24 Uhr findet viel Zustimmung. Die Verwaltung hat Bedenken. Von Gabi Knops-Feiler

Opladens Stärke - Persönlichkeit und Wohlfühlatmosphäre - müsse sich auf alle Lagen ausweiten, lautete erst kürzlich die Empfehlung von Jonas Reimann von der Dortmunder Agentur "Stadt und Handel". Ein entsprechendes Gutachten ("Qualitätsoffensive Einzelhandel und Gastronomie") hatte die Stadt Leverkusen in Auftrag gegeben. Aber wie passt Wohlfühlatmosphäre mit unterschiedlichen Öffnungszeiten bei Restaurants und Kneipen mit Außengastronomie zusammen? Das wollte Lucas Melzig (CDU) nicht so richtig einleuchten. Deshalb beantragte er im Bezirk II, man möge alle Gastronomen gleich behandeln und die Sperrzeit bis 24 Uhr verlängern.

Zäh rangen die Mitglieder der Bezirksvertretung um eine Lösung. Melzig empfahl ein Probejahr für die verlängerte Sperrstunde. Klappe das nicht, könne man zur bisherigen 22-Uhr-Regelung zurückkehren. Mit diesem Vorschlag rannte Melzig bei vielen Ausschussmitgliedern offene Türen ein. Doch nicht nur dort, sondern auch bei den Betroffenen selbst.

Andrea Schäfer, Inhaberin der Gaststätte "Altes Rathaus" in der Bahnhofstraße: "Öffnungszeiten bis 24 Uhr wären mir viel lieber. Ich würde natürlich - wie bislang schon - auf der Straße für Ruhe sorgen. Denn das betrachte ich als meine Bürgerpflicht." Peter Mohr, Betreiber des "Kölner Hof" auf der oberen Kölner Straße, achtet ebenfalls darauf, dass die Nachtruhe ab 22 Uhr eingehalten und die Terrasse zeitig geschlossen wird. "Obwohl viele der Nachbarn zu mir kommen, weil sie selbst gerne draußen sitzen." Grundsätzlich plädiere auch er für eine offizielle Erlaubnis bis 24 Uhr.

Er wünsche sich mehr Offenheit für Bevölkerung und Gastronomie, sagte Opladen-plus-Vertreter Oliver Faber. "Schließlich wollen wir keinen toten Stadtteil haben." Es gehe auch um den Schutz der Anwohner, gab ein anderer Sitzungsteilnehmer zu bedenken. Dass vor allem in der Opladener Neustadt eine rege Kneipenszene existiere, sei lange bekannt, argumentierte Alexander Finke (SPD). Wen das störe, der dürfe nicht dorthin ziehen.

Die Entscheidung, die Sperrzeit für Gaststätten vorzuverlegen, sei keine Willkür der Verwaltung, erläuterte Mitarbeiter Michael Rudersdorf. Würde man die Regelung jetzt aufheben, verstoße man gegen das Immissionsschutzgesetz des Landes NRW, das den Schutz der Nachbarschaft - insbesondere in Wohn- und Mischgebieten - ab 22 Uhr vorsehe. Zwar gebe es nach dem gleichen Gesetz verlängerte Öffnungszeiten für Außengastronomie bis 24 Uhr. Aber insbesondere in der warmen Jahreszeit und speziell im Bereich der oberen Bahnhofstraße habe man massive Beschwerden wegen lauter Musik oder Gegröle erhalten. Gleiches gelte im Übrigen für alle anderen Gaststätten in Leverkusen, bei denen Lärmbeschwerden vorlägen. "Eine Rücknahme der Öffnungszeiten wäre das falsche Signal", sagte Rudersdorf.

"Eine Zulassung bis 24 Uhr müsste doch möglich sein, wenn Wirte vor ihren Kneipen für Ruhe sorgen", sagte Rainer Jerabek (Bürgerliste). Letztlich konnten sich die Bezirksvertreter nicht einigen. Immerhin fand Michael Molitor (Stadt Leverkusen) einen Vorschlag, dem alle zustimmten: "Die Verwaltung prüft die Fälle erneut. Und versucht die Anliegen so weit wie möglich zu berücksichtigen."

Quelle: RP
 
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