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Leverkusen
Dorfgemeinschaft Pattscheid sucht Königin

Leverkusen: Dorfgemeinschaft Pattscheid sucht Königin
Gabi und Hartmut Zechel waren 1989 das Königspaar der Dorfgemeinschaft Pattscheid - Romberg - Linde. FOTO: Dorfgemeinschaft
Leverkusen. Die Aufgaben sind übersichtlich, der finanzielle Aufwand ebenfalls, versichert der Dorfverein Pa-RoLi. Trotzdem hat sich noch keine Kandidatin gemeldet - zum ersten Mal in der 65-jährigen Geschichte des Dorffestes. Von Susanne Genath

In Pattscheid ist der König eher dekoratives Beiwerk denn Regent. "Bei uns hat die Königin das Sagen", erklärt Gabi Zechel, die Vorsitzende der Dorfgemeinschaft Pattscheid - Romberg - Linde (kurz: PaRoLi). "Sie darf sich den König auch selbst auswählen." Das sei schon immer so gewesen, und eigentlich habe man sich bereits auf die neue Regentin gefreut. Doch die ist noch nicht in Sicht. Dabei ist das 65. Dorffest, auf dem die Majestäten gekrönt werden, schon in drei Wochen.

"Das hat es noch nie gegeben", bedauert Zechel, die selbst mit ihrem Mann als Königspaar die Dorfgemeinschaft geführt hat. 1989 war das. Wobei sich die Führung der Untertanen darauf beschränkt hat, ihnen bei einigen Festen einzuheizen. Daran hat sich bis heute nichts geändert. "Dorfkönigin zu sein, ist etwas ganz anderes, als eine Schützenkönigin zu sein", versichert sie. Die 60-Jährige muss es wissen, denn sie stand mit ihrem Mann auch schon ganz vorne in einem Schützenverein in Remscheid.

Das Leben der Dorfgemeinschaft Pattscheid - Romberg - Linde, der etwa 750 Personen angehören, konzentriert sich auf einige Termine. "Es beginnt mit dem Maibaumaufstellen. Am ersten Juli-Wochenende folgt das Dorffest, im Herbst kommen unser Kastanienfest und eine Seniorenfeier, und zu Nikolaus gibt es eine Feier für die Kleinen", zählt Zechel auf. "An diesen Terminen sollte das Königspaar dabei sein."

Wie viel Geld die Majestäten ausgeben, bleibe ihnen überlassen. "Die Königin entscheidet selbst, ob sie sich ein neues Kleid zulegt oder eines trägt, das sie schon hat." Häufig wähle der Hofstaat zur Feier am Dorffestsamstag eine einheitliche Kostümierung zum jeweiligen Motto - zum Beispiel "Piraten". "Aber auch das bleibt jedem selbst überlassen." Das Wurfmaterial für den Festumzug könne gesponsert werden. "Und die Aufbauten für die Festwagen erfolgen größtenteils in Eigenarbeit." Das Dorffest liege den Pattscheidern am Herzen, berichtet Gabi Zechel. Deshalb sei sie verwundert, dass sich noch keine Königin angemeldet habe. "Die einen haben gerade kleine Kinder, die anderen einen stressigen Job", hat sie beim Rühren der Werbetrommel erfahren. "Natürlich bedeutet es Arbeit, Dorfkönigin zu sein. Aber es macht auch sehr viel Spaß."

Dass die parallel zum Dorffest startende "Tour de France" in Düseldorf ein Grund für das mangelnde Interesse an der Regentschaft sein könnte, glaubt Zechel nicht. "Da bereiten uns die Fußball-Europa- und -Weltmeisterschaften alle zwei Jahre mehr Sorgen." Die 60-Jährige hat noch Hoffnung, eine neue Regentin samt Regenten zu finden, deren Namen bis zum Festmontag geheim bleiben. "Das Paar muss beim jetzigen Fest noch nichts machen, außer sich krönen lassen." Auch der Hofstaat - sechs oder sieben Paare aus dem Bekanntenkreis - müsse noch nicht vollzählig sein. Denn die eigentliche Feier für die neuen Majestäten sei erst nächstes Jahr.

Auskünfte: 02171 32792 oder dg-pattscheid@freenet.de

Quelle: RP
 
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