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Leverkusen
Drei neue Künstler in der Galerie Flow Fine Art

Leverkusen. Alle drei Künstler stellen zum ersten Mal in der Hitdorfer Galerie FlowFineArt aus. Einiges ist vielleicht etwas farbiger oder mutiger als gewohnt, aber letztlich folgen sie dem Konzept der Stille, das in diesem großen Gebäude einer ehemaligen Tabakfabrik konsequent verfolgt wird.

Der Stein- und Holzbildhauer Bernd Eisenmann, dessen Skulpturen klar und organisch geformt sind, sowieso. Eine dünne und so lichtdurchlässige Alabaster-Figur oder der fein geschwungene stehende Ring aus poliertem Olivenholz reizen zum Anfassen, was durchaus vom Künstler gewollt ist. Bewusst schafft er diese haptischen Formen, die begriffen werden wollen. Dem Gedanken Rudolf Steiners folgend führt er gewachsene Materialien in einen anderen Zustand und haucht ihnen neues Leben ein. Die Hölzer gefällter Bäume oder seine Steine sucht er bewusst aus auf seinen Reisen nach Italien und in die Steinbrüche von Carrara, wo schon Michelangelo die Marmorblöcke für seine Skulpturen auswählte.

Der Maler Bruno Kunz zeigt abstrakte Bilder, die sich aber als Landschaften lesen lassen. In Hitdorf sind Beispiele aus drei Serien in unterschiedlichen Techniken zu sehen. Von besonderer Leuchtkraft sind die Malereien auf Metall als Bildträger, insbesondere, wenn er die Farbaufträge aus Acryl und Pigment mit Harz überzieht. Das Bild bekommt so die transparente Wirkung bunter Glasfenster, durch die das Licht hindurchscheint. Hier wird es reflektiert vom metallischen Untergrund, den Kunz auch teils offen lässt, nachdem er mit der Drahtbürste für eine feine und regelmäßige Oberflächenstruktur gesorgt hat, silbrig oder in Gold leuchtet. Durch die besondere Bearbeitung verändern sich seine Bilder, wenn sich der Blickwinkel des Betrachters ändert.

Das trifft auch auf die Arbeiten auf Seidengrund zu, deren Besonderheit die edle, matt schimmernde Oberfläche ist, die eine andere Art von Farbigkeit hervorruft. Formal sind diese Stoff-Arbeiten aber ähnlich aufgebaut wie die Metall-Gründe.

Dritte Komponente der Schau: das Medium Fotografie. Anna Fleischmann und Roman Küffner haben sich als Duo "Blackbird Street" auf Architektur spezialisiert. Es zieht sie an besondere, verlassene Orte. Vereinzelt gibt es letzte Zeugnisse von Bewohnern, deren Geschichten man sich selbst ausdenken mag, wenn man in diesen geradezu malerischen Fotografien auf Zeitreise geht.

Die neue Ausstellung wird am Sonntag, 30. Oktober, zwischen 11 und 15 Uhr in der Galerie FlowFineArt (Rheinstraße 54) eröffnet.

(mkl)
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