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Leverkusen
Drogen und Waffen wurden in der konspirativen Wohnung deponiert

Leverkusen. Was die Bürger in Steinbüchel im Juli 2014 erlebten, war ein großes Polizeiaufgebot. Anlass waren zwei Schüsse, die ein Leverkusener Drogenhändler auf einen mutmaßlichen Rivalen abgegeben hatte. Von Siegfried Grass

Diese Tat, die tagelange Ermittlungsarbeiten einer Mordkommission nach sich zog, wird derzeit vor der 11. Großen Strafkammer des Kölner Landgerichts aufgearbeitet. Angeklagt ist ein inzwischen 33-Jähriger, der sich wegen der Schüsse - und als offensichtlicher Kopf eines Drogenrings - verantworten muss.

Gestern sagte seine Verlobte aus, die offen "Ross und Reiter" nannte - obwohl sie bis zuletzt Drohungen erhielt. Offenbar von Mitgliedern der rivalisierenden Gruppe um das seinerzeit 25-jährige Opfer. Das hatte gleich am ersten Verhandlungstag vehement bestritten, nun den heimischen Markt weiter mit Drogen zu beliefern. Glaubt man der Verlobten, dann geht auch nach dem Kampf um die Reviere, die mit der Schießerei endete, der Verkauf von Drogen in Steinbüchel weiter. Das will sie von einer Freundin wissen, die die "Geschäfte" fast täglich beobachten würde.

Die Frau, die den Angeklagten seit acht Jahren kennt und seit fünf mit ihm verlobt ist, nannte viele Namen - auch von der "Konkurrenz". Interpretiert man ihre Aussagen richtig, dürfte die Szene in Steinbüchel - wegen der Gerichtsverhandlung - derzeit nervös sein. Daher ist die Frau in einen anderen Stadtteil gezogen. Sicher fühle sie sich immer noch nicht, bekannte sie. Zumal ihr angedroht worden sei, dass man ihr die Finger abschnitte, wenn sie zu viel vor Gericht ausplauderte. Die Rivalen hätten von der Frau auch wissen wollen, in welcher Haftanstalt ihr Verlobter untergebracht sei. Die Tage vor der Schießerei habe der immer mehr Drogen und Alkohol zu sich genommen, sei immer ängstlicher geworden. Sie bestätigte damit die Version von der Bedrohung, der sich der Angeklagte nur durch den Gebrauch von Schusswaffen zu entledigen glaube.

Gestern wurde noch deutlicher, wie er sein Geschäft organisiert hatte. Die Drogen wurden in einer Sporttasche bei einem Bekannten in der Käthe-Kollwitz-Straße deponiert, wo auch ein weiterer "Läufer" wohnte. Zu der Wohnung hatte der Angeklagte einen Schlüssel. Als Miete für das Abstellen der Tasche erhielt der "Bekannte", der gestern als Zeuge aussagte, wöchentlich 25 Euro. Auch die zwei Pistolen waren in der konspirativen Wohnung deponiert. Nach der Schießerei fand die Polizei nur noch den Waffenkoffer vor. Die Pistolen sollen "unmittelbar nach der Tat" im Rhein bei Hitdorf entsorgt worden sein.

Quelle: RP
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