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Postskriptum Diese Woche In Unserer Stadt
Ein Anfang in rauen Zeiten

Postskriptum Diese Woche In Unserer Stadt: Ein Anfang in rauen Zeiten
FOTO: Moll Jürgen
Leverkusen. Es ist noch einmal gut gegangen, möchte man meinen. Die Kölner Silvesternacht ist nicht wie 2015 mit massenweise und rudelhaft begangenen Gewalttaten zu Ende gegangen. Dafür haben 1400 Polizisten gesorgt. Es blieb diesmal bei einer vergleichsweise überschaubaren Zahl von Schlägereien, Übergriffen und Belästigungen. In Leverkusen wurden vier Autos angezündet. Zum Glück wurde niemand verletzt. Wir sind anspruchsloser geworden. Von Bernd Bussang

Das haben der Terror und ein gesellschaftlich raueres Klima bewirkt. Ein Klima, in dem nicht nur wehrlose Normalbürger, sondern zunehmend auch uniformierte Ordnungskräfte, Retter der Feuerwehr und Sanitäter belästigt, beleidigt, behindert und auch körperlich attackiert werden. Darauf hat der Chef der Berufsfeuerwehr, Hermann Greven, kürzlich in einem Interview mit unserer Zeitung hingewiesen. Das sollten wir sehr ernst nehmen.

Noch eins hat der Feuerwehrchef gesagt: Die Täter seien keineswegs jugendliche Hitzköpfe oder aggressive Alkoholiker, nein, sie kommen Greven zufolge aus allen Schichten der Bevölkerung. Die Zündschnur ist also kürzer geworden, und das nicht nur bei anonymen Wutposts im Internet. Ignorieren oder was dagegen tun? Wenn ja, wo anfangen? Vielleicht bei uns selbst. Und im Kleinen. Hat jeder Autofahrer gleich den "Vogel" verdient oder gar den Stinkefinger, wenn er einen Fehler macht? Was bringt es, wenn ich mich an der Supermarktkasse vordränge? Und was, wenn ich gleich losbrülle, sobald es ein anderer tut? Mehr Gelassenheit täte uns gut - mitunter auch ein ruhiges, aber bestimmtes Wort, wenn andere diese Gelassenheit vermissen lassen oder mutwillig Regeln brechen.

Es wäre ein Anfang, mehr nicht.

Quelle: RP
 
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