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Kommentar
Ein bitterer Beigeschmack

Kommentar. Im Hickhack um die für Opladen so wichtige Verlegung der Gütergleisstrecke scheint momentan nur eines festzustehen: Den neuen Oberbürgermeister Reinhard Buchhorn trifft keine Schuld. Im Gegenteil: Dass Buchhorn kurz nach seinem Amtsantritt den Kölner Regierungspräsidenten gebeten hat, eine konkrete Einschätzung der Situation um die Bahnstadt abzugeben, heißt nur, dass der neue Stadtchef anpacken und nichts auf die lange Bank schieben will. Das können andere Beteiligte – auch Buchhorns Amtsvorgänger – nicht so leicht für sich in Anspruch nehmen. Die Äußerungen aus der Bezirksregierung legen den Schluss nahe, dass sich das massive Finanzierungsproblem bereits vor mehreren Monaten deutlich abzeichnete – ganz gleich, ob man die Kölner Bewertung des RWE-Aktienverkaufs nun teilt oder nicht. Sollte das leidige Thema die SPD und ihren Oberbürgermeister Küchler etwa nicht im Wahlkampf belasten und wurde deshalb bis nach der Kommunalwahl unter der Decke gehalten? Angesichts deutlicher Warnungen eines städtischen Dezernenten, die offenbar in den Wind geschlagen wurden, bleibt zumindest ein bitterer Beigeschmack.

Jetzt sind alle gefordert: Die Stadt Leverkusen und ihre Ratsherren müssen um einen Kompromiss mit Köln und dem Land kämpfen, die Bezirksregierung und NRW dürfen die Messlatte nicht auf unerreichbare Höhe legen. Denn soviel steht fest: Die Gleisverlegung ist das Herzstück des Bahnstadt-Projekts. Kommt sie jetzt nicht im Zuge der Regionale 2010, ist die Chance wohl für immer dahin. Dafür muss –so bitter es sein mag – notfalls auf anderes verzichtet werden. (peco)

Quelle: RP
 
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