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Leverkusen/Köln
Ein Brite rückt in den Vorstand - auf Zeit

Leverkusen/Köln. Der britische Manager Stephen Forsyth soll innerhalb eines Jahres die Integration des US-Unternehmens Chemtura in den Lanxess-Konzern schaffen. Derweil hat Matthias Zachert die Gewinnprognose auf bis zu 1,3 Mrd. Euro angehoben. Von Ludmilla Hauser

Jetzt wird aus dem Spitzen-Quartett ein SpitzenQuintett: Stephen C. Forsyth (61) stößt am 1. Juni zum aktuellen Vorstand von Lanxess hinzu. Als Chief Integration Officer, also als der Manager, der für die Eingliederung der bisher größten Konzernakquise, nämlich des US-Unternehmens Chemtura, zuständig sein wird. So wird es an der Spitze internationaler: Zum deutschen Trio Matthias Zachert (Vorstandschef), Matthias Pontzen (Finanzen), Hubert Fink und Arbeitsdirektor Ranier van Roessel, gebürtiger Niederländer, stößt ein Brite. Einer mit mehr als 35 Jahren Führungserfahrung in der Chemieindustrie, heißt es von Lanxess. Vor allem hat Forsyth das nötige Insiderwissen bei Chemtura. Seit 2007 fungierte er als Executive Vice President und Chief Financial Officer in dem US-Unternehmen "und hat in dieser Zeit den Umbau der Chemtura zu einem profitablen Konzern" vorangetrieben. Das sieht auch Lanxess-Chef Matthias Zachert: "Stephen Forsyth bringt genau das mit, was Lanxess bei der Integration des Chemtura-Geschäfts braucht: Er kennt die neuen Geschäfte und Mitarbeiter bestens."

Die US-Firma, laut Lanxess ein "global führender Anbieter von Flammschutz- und Schmierstoffadditiven", hat sich der Köln-Leverkusener Konzern gesichert, machte im April den 2,4-Milliarden-Euro-Kauf perfekt. Es ist die bisher größte Akquise, die Lanxess in seiner Geschichte verzeichnen kann.

Ab Juni hat Stephen Forsyth, der hauptsächlich in den USA, nicht im Deutzer Lanxess-Tower mit Domblick arbeiten wird, ein Jahr Zeit für die Eingliederung von Chemtura in den Lanxess-Konzern. Die für ihn geschaffene Position ist auf zwölf Monate befristet. "Die Integration der neuen Geschäfte mit Spezial-Additiven, Urethanen und Organometallen hat bei Lanxess oberste Priorität. Mit Stephen Forsyth haben wir einen Experten gewonnen, der diese Integration zusammen mit seinen Vorstandskollegen rasch zum Erfolg führen wird", ließ sich gestern Konzern-Aufsichtsratschef Rolf Stomberg zitieren.

Der Konzern schickte derweil noch eine Nachricht raus: Matthias Zachert erhöht nach sehr guten Zahlen im ersten Quartal (Umsatzplus von 25 Prozent auf 2,4 Milliarden Euro, operativer Gewinn: 328 Millionen Euro) die Prognose fürs laufende Geschäftsjahr. In Worten: "Lanxess erwartet für 2017 das beste Ergebnis der Konzerngeschichte". In Zahlen: Das Ebitda (also der Gewinn vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen) soll zwischen 1,225 und 1,3 Milliarden Euro liegen - inklusive Chemtura. Bisher hatte Lanxess 2012 das höchste Ebitda eingefahren, damals waren es 1,2 Milliarden Euro. Damit jagt Lanxess einem Ziel hinterher, dass Zacherts Vorgänger Axel Heitmann 2011 fast theatralisch verkündet hatte: 2015 sollte der Gewinn bei 1,4 Milliarden Euro liegen.

Aber vielleicht hat sich der eher nüchterne Matthias Zachert das gar nicht für die nähere Zukunft gesetzt, sondern will erstmal die Chemtura-Eingliederung über die Bühne bekommen.

Der Brite soll's richten.

Quelle: RP
 
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