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Leverkusen
Ein Drittel des EVL-Stroms kommt aus Kohle

Leverkusen: Ein Drittel des EVL-Stroms kommt aus Kohle
45,5 Prozent des EVL-Stroms kommt aus Kohle, der danach größte Anteil (24,6 Prozent) kommt aus erneuerbaren Energien. FOTO: netze-du
Leverkusen. Ein Blick auf die Jahresabrechnung zeigt: Bei der Energieversorgung Leverkusen machen Erneuerbare Energien und Kohle zusammen fast 70 Prozent des Strom-Mixes aus. Die gesetzlich vorgeschriebene Auflistung ist aber unvollständig. Von Peter Korn

Woher kommt der Strom? Klar, aus der Steckdose. Doch diese Antwort reicht den meisten Verbrauchern schon lange nicht mehr aus. Sie wollen wissen, aus welchen unterschiedlichen Energieträgern sich ihr Strom-Mix zusammensetzt.

Bei der Energieversorgung Leverkusen (EVL) reicht dafür ein Blick auf die Jahresabrechnung. Dort ist aufgeführt, welche Energieerzeugung mit wie viel Prozent vertreten ist.

Besuch auf dem EVL-Wasserturm in Leverkusen FOTO: Ines Rzepka

Auf der aktuellen Jahresabrechnung 2015 finden sich da folgende Angaben in der Grundversorgung in Leverkusen (in Klammern jeweils die Durchschnittswerte für ganz Deutschland): - Kernkraft 7,2 Prozent (16,8 Prozent) - Kohle 35,1 Prozent (45,5 Prozent) - Erdgas 14,4 Prozent (6,7 Prozent) - Sonstige fossile Energieträger 11 Prozent (3,1 Prozent) - Erneuerbare Energien gefördert nach dem "Erneuerbare-Energien-Gesetz" EEG 32,3 Prozent (24,6 Prozent) - Sonstige erneuerbare Energien 0 Prozent (3,3 Prozent)

Bei den Erneuerbaren Energien bietet die EVL den Kunden den Zahlen zufolge also fast ein Drittel des gesamten Strom-Mixes, deutlich mehr als im Bundesdurchschnitt. Ähnlich hoch ist indes auch der Kohle-Anteil - überwiegend auf die langjährige Beteiligung an dem umstrittenen Kohlekraftwerk "Gekko" in Hamm zurückzuführen. "In Deutschland sind die gesetzlichen Rahmenbedingungen für die Stromkennzeichnung in Paragraf 42 des Energiewirtschaftsgesetzes geregelt", sagt EVL-Geschäftsführer Rolf Menzel. Das Regelwerk schreibt auch die Veröffentlichung des Energiemixes auf der Stromrechnung vor. Und das geschieht mit deutscher Gründlichkeit. Denn unter "Umweltauswirkungen" müssen auch Werte aufgeführt werden wie - radioaktiver Abfall 0,0002 g/Kilowattstunde (0,0005 g/Kilowattstunde) - CO2-Emissionen 405 g/Kilowattstunde (508 g/Kilowattstunde)

Wie wenig aussagekräftig das alles ist, macht EVL-Chef Menzel an einem Beispiel deutlich: "Kunden, die das wünschen, können zu 100 Prozent Ökostrom beziehen", sagt er. Im Comfort-Tarif sei das sogar kostenfrei - in der Regio-Tarifvariante fielen im Schnitt sechs Euro zusätzlich pro Jahr an. Aus der gesetzlich vorgeschriebenen Aufstellung geht so etwas indes nicht hervor.

Außerdem enthält die Stromkennzeichnung in Deutschland wichtige Details nicht, wie die Unterscheidung verschiedener fossiler Energieträger, etwa Erdöl oder Torf.

Immer weniger Strom kommt übrigens aus Atomkraftwerken. 2009 wurde noch knapp ein Viertel des deutschen Stroms aus Kernenergie produziert - die EVL weist mittlerweile einen Wert von 7,2 Prozent aus. Windkraft, Sonnenenergie, Wasserkraft und Biomasse - also die so genannten erneuerbaren Energien - gewinnen weiter an Bedeutung.

Die EVL profitiert außerdem noch von einer lokalen Besonderheit: Über die Müllverbrennungsanlage der Avea wird die bei der Abfallverbrennung frei werdende Abwärme effizient zur Auskopplung von Strom und Fernwärme oder Prozessdampf genutzt.

Auch so etwas wird man auf den gesetzlich vorgeschriebenen Angaben zum Energiemix vergeblich suchen.

Quelle: RP
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