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Leverkusen
Ein Fest für die Pflegekinder

Leverkusen: Ein Fest für die Pflegekinder
Anke und Norbert Kaspar mit Sohn Florian (13) und Pflegesohn Tyler (9) hatten viel Spaß beim Spiel "Vier gewinnt" in XXL-Format. FOTO: uwe miserius
Leverkusen. Am Samstag gab es reichlich Gelegenheit zum Austausch zwischen gleichgesinnten Familien. Von Gabi Knops-Feiler

Vivian (7) lebt in Gummersbach, Tyler (9) in Leverkusen. Aber beide haben etwas gemeinsam: Sie sind Pflegekinder, die hofften, ihre jeweils drei anderen Geschwister beim Pflegekinderfest im Jugendhaus Lindenhof an der Weiherstraße in Manfort zu treffen.

Zum Bedauern vieler Pflegefamilien war das Fest im Vorjahr ausgefallen, das seit mindestens drei Jahrzehnten einmal pro Jahr durch den Fachbereich Kinder und Jugend der Stadt organisiert wurde. Erst am Samstag gab es wieder reichlich Gelegenheit zum Austausch zwischen gleichgesinnten Familien und für Kontakt der Kinder. Diese Treffen sollen auch in Zukunft beibehalten werden, versicherte Beigeordneter Marc Adomat.

Mindestens ein Dutzend Helferinnen waren im Einsatz und sorgten dafür, dass es großen und kleinen Besuchern an nichts mangelte. Für Kinder gab es Spiele und Vorführungen von Clown Francesco, für Eltern gab es Kaffee und Kuchen. Mehr als 100 Pflegefamilien mit Kindern jeden Alters werden durch Jutta Paul, Sozialarbeiterin des Pflegekinderdienstes, und ihre Kolleginnen betreut. Zu deren Bedauern gibt es in Leverkusen "zunehmend Probleme, Pflegefamilien zu finden, die genügend Platz und genügend Zeit für die Kinder haben und ihnen das geben, was sie am nötigsten brauchen: Beständigkeit, Sicherheit und persönliche Bindung." Zwar versuche man laufend, neue Familien zu finden. Aber zunehmend lösten sich traditionelle Familienmodelle auf während zeitgleich die Zahl der Kinder ansteige, die vorsichtshalber aus Familien genommen oder aus Sicherheitsgründen vor diesen geschützt werden müssten.

Pflegekinder seien durch negative Erfahrungen wie Vernachlässigung und Gewalt häufig traumatisiert, das Grundvertrauen dieser Kinder sei zutiefst erschüttert. Bis sie lernen, einem Erwachsenen zu vertrauen, dauere es oft sehr lange.

Deshalb bedürfe es Menschen, die dazu in der Lage seien, mit solchen Problemen fertig zu werden. "Wir als Pflegeltern müssen bereit sein, andere Wege zu gehen", betonte Anke Kaspar (48), Pflegemutter von Tyler. Sie und ihr Mann Norbert (55) haben den damals acht Monate alten Jungen mit bei sich aufgenommen, als ihr leiblicher Sohn Florian vier Jahre war. Kürzlich hat die Familie beantragt, dass Tyler den Familiennamen tragen darf. Anke Kaspar: "Es geht darum zu zeigen, dass er bei uns angekommen ist."

Wie Tylers leibliche Mutter reagieren wird, ist unklar. Jedoch gehört sie zu den Frauen, die akzeptieren können, dass ihre vier Kinder in Pflegefamilien besser aufgehoben sind. Jutta Paul: "Das ist die beste Lösung."

Quelle: RP
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