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Leverkusen
Ein Mann sucht den Sinn von Leben und Tod

Leverkusen. Im Jungen Theater Leverkusen lief gestern die letzte Probe fürs düstere Stück "Sechs Gramm Caratillo". Von Tobias Brücker

Es ist ein durchaus düsteres, packendes und zum Nachdenken anregendes Stück, das da gestern im Jungen Theater Leverkusen (JTL) die letzte Probe durchlief. Nach dem Hörbuch "Sechs Gramm Caratillo" von Horst Bienek erörtert Schauspieler Bernd Moritz in einem Monolog die Fragen: Was bedeutet eigentlich das Leben? Und was der Tod?

Zur Geschichte: Grob erzählt geht es um einen Wissenschaftler, der sich dazu entscheidet, sein Leben zu beenden - natürlich in erster Linie für die Wissenschaft, so redet er sich jedenfalls ein. Sechs Gramm Caratillo sollen seinen Körper innerhalb von 30 Minuten zum Erliegen bringen. Um die Zeit genau im Auge behalten zu können, stellt er sich einen Wecker. Mithilfe eines Diktiergerätes zeichnet er die Erfahrungen, die er in dieser Zeit durchlebt, und die Regungen seines Körpers genau auf. Doch mit fortschreitender Zeit werden die eigentlichen Motive des Professors immer deutlicher - bis hin zu dem Moment, in dem er seine Entscheidung zutiefst bereut, sie rückgängig machen möchte, aufgrund des Giftes dazu jedoch nicht mehr in der Lage ist.

"Es ist definitiv ein düsteres Stück", sagt Schauspieler Bernd Moritz, der die Geschichte auf die Bühne bringt. "Es ist die wohl bisher schwerste Rolle in meiner noch jungen Schauspiellaufbahn." Durch den Monolog findet sich Moritz gänzlich alleine auf der Bühne. Eine Rettung bei einem Texthänger durch Schauspielkollegen ist da ausgeschlossen. "Ich kann mich bei dem ersten Hintergrund dann auch nicht mit einem Witz herauswinden", betont Moritz, "außerdem muss man ganz alleine die Rolle, Geschichte und Bühne ausfüllen."

Vor vier Jahren kam der 27-Jährige zum ersten Mal mit dem Hörbuch in Kontakt und war beeindruckt. Der Grundstein für die Entscheidung, daraus ein Theaterstück zu entwickeln. Zunächst mehrere Jahre auf Grundeis gelegt, lebte die Idee wieder auf. Einige Wochen habe es dann gedauert, die Geschichte für die Bühne umzuschreiben. Die Requisitensuche und das Proben nahmen nochmals rund ein halbes Jahr in Anspruch.

Dass die Premiere (morgen, 10. Oktober, 19.30 Uhr) im JTL stattfindet, ist kein Zufall. Denn hier erlernte Moritz als Jugendlicher sein schauspielerisches Handwerk, das er mittlerweile hauptberuflich ausübt. "Eigentlich schauspielere ich schon seit der siebten Klasse. Die Theatergruppe war ein super Ausgleich für eventuelle schlechte Noten in anderen Fächern", erzählt er lachend.

Quelle: RP
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