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Leverkusen/Köln
Einbrecher reisen aus Belgien/Frankreich an

Leverkusen/Köln: Einbrecher reisen aus Belgien/Frankreich an
Michael Behlau von der Spurensicherung der Polizei Köln bei der Suche nach Fingerabdrücken. Der Tatort liegt in Leverkusen. Der Hauseigentümer hat die Berichterstattung erlaubt, seine Daten bleiben vereinbarungsgemäß anonym. FOTO: Miserius, Uwe (umi)
Leverkusen/Köln. Die Polizei will in nächster Zeit tages- und straßengenau melden, wo Einbrüche stattgefunden haben. Von Ulrich Schütz

Die Einbrecher reisen morgens mit dem Thalys aus Belgien oder Frankreich an und verschwinden nachmittags nach getaner Arbeit auf dem gleichen Weg wieder, berichtet Holger Fiedler, Leiter des Kölner Kriminalkommissariats 72. Dies mache die Suche nach den Tätern besonders schwierig. Derzeit steigt die Zahl der Einbrüche im Bereich Köln und Leverkusen wieder: Freitag bis Sonntag vor einer Woche musste die Polizei Köln/Leverkusen 64 Einbrüche aufnehmen. "Das ist viel", ordnet Thomas Sawatzki, Leiter des KK 7 (zuständig für Wohnungseinbrüche) ein. Die Polizei registriert dabei unter anderem eine Zunahme von nordafrikanischen Tätergruppen.

Eine Zustandsbeschreibung, die vor allem angesichts der dunklen Jahreszeit, der Hochsaison der Einbrecher, den Bürgern Sorgen macht. Dies wissen auch die Experten des Landeskriminalamtes und forderten die Polizeibehörden auf, besonders intensive Aktionswochen zu starten. "Schon wieder", beklagen Leser unserer Internetseiten. Die Polizei sollte sich lieber mehr in den Straßen zeigen, forderten Leser.

Sawatzki kennt diese Kritik: Polizisten auf Einbrecherjagd seien viel in Zivil unterwegs, würden deshalb auch nicht als Beamte erkannt, sagt Sawatzki. In nächster Zeit wird dies anders sein: "Wir werden ganze Viertel schlagartig absperren und nach Tätern suchen", versichert der Kripochef. Er betont: "70 bis 80 Prozent der Festnahmen gehen auf Hinweise eines Bürgers zurück."

Die Festnahme der rumänischen Bande, die vergangene Woche gemeldet wurde, kann als gutes Beispiel dienen: Ein Bürger meldete seltsame Personen auf einem matschigen Grundstück. Die Polizei entdeckte tatsächlich Männer mit dreckigen Schuhen. Direkt nachweisen ließ sich nichts, aber die Polizisten hatten erste Namen, das war der Auftakt einer akribischen und letztlich erfolgreichen Ermittlungsarbeit.

Im Rahmen der heute startenden Aktion "Riegel vor" will die Polizei die Bürger nochmals sensibilisieren. Sie sollen Auffälligkeiten über Personen möglichst schnell und auch über die 110 der Polizei melden. Die Einbrecher arbeiteten viel tagsüber. Die Haupteinbruchszeit endet gegen 22 Uhr. Oft zöge ein Paar los, während um die Ecke der Komplize im Auto wartete. Bereit zur schnellen Flucht.

Derzeit testet die Polizei Köln ein neues Ermittlungsverfahren: Alle Einbrüche im Bereich der Polizei-Inspektion 6 (Wache Kalk) sollen möglichst von einem besonders geschulten Expertenteam aufgenommen werden. Die Kripo will so schneller Serientätern auf die Spur kommen. Die anderen Inspektionen, auch die Leverkusener, sollen eigene Konzepte für örtliche Einbruchsschwerpunkte realisieren.

Zur verstärkten Öffentlichkeitsarbeit der Polizei gehört in nächster Zeit die Veröffentlichung aller Einbrüche: tagesgenau und mit Angabe der Straßen.

Unsere Redaktion wird darüber berichten und die Arbeit einzelner Fachabteilungen der Polizei vorstellen.

Quelle: RP
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