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Eine Frage der Perspektive

Leverkusen. Die Politiker sind empört - nicht etwa über die Pannen auf der Opladener Bahnhofsbrücke, sondern über die Berichterstattung darüber, "Es ist unfair, zum zweiten Mal so über diese schöne Brücke zu schreiben. Das wird dem Bauwerk nicht gerecht", kritisierte gestern beispielsweise CDU-Ratsherr Paul Hebbel.

"Die Perspektive, dass alles mit der Brücke mal klappt, ist da", ergänzte Hebbel, der auch Vorsitzender des Neue-Bahnstadt-Aufsichtsrates ist. Und genau dort liegt das Problem: Experten wie er und andere, die von Anfang an das Projekt begleitet, es zwischenzeitlich durch raue Gewässer gesteuert haben und schließlich den Erfolg feiern durften, den das unbestritten größte Vorzeigeprojekt Leverkusens genießt, können sich von all diesen Stationen nicht freimachen. Der einfache Bürger, der in den vergangenen Tagen die Brücke nutzen wollte, um auf die Bahnsteige zu gelangen, kennt diese Erfolgsgeschichte im Zweifel aber nicht, oder zumindest nur in Bruchstücken. Für ihn ist die Funktionalität der Brücke die Schnittstelle, an der sich entscheidet, ob er sie gut findet, oder nicht.

Wenn dann nachweislich Aufzüge nicht funktionieren, Rolltreppen stehen bleiben und es auch an anderen Stellen hakt, dann ist es kein Affront gegen das Gesamtprojekt, wenn der Finger in diese Wunden gelegt wird. Sie tot zu schweigen oder zu leugnen, wäre fatal - denn dass so ein Mammut-Unterfangen wie die Bahnstadt stets rund und reibungslos läuft, ist in etwa so wahrscheinlich, wie die Annahme, dass der Weihnachtsmann Jahr für Jahr die Geschenke zu den Kindern bringt. Peter Korn

Quelle: RP
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