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Leverkusen
Eine kölsche Weihnacht der Altstadtfunken im ahle Dorp

Leverkusen. Golden glitzernd steigt Elfie Steickmann auf die Bühne und schaut in die Runde. Neben dem durch die Scheinwerfer blinkende Jacke verblasst gar der geschmückte Weihnachtsbaum direkt neben ihr - kurz bevor ihre durch eine Erkältung gezeichnete und dadurch etwas raue Stimme im Saal erklingt. Nur rund zehn Sekunden ist es still, dann bricht das erste Gelächter los. Von Tobias Brücker

Die 13. "Weihnacht em ahle Dorp" der Altstadtfunken war eröffnet, erstmalig im Pfarrheim von Sankt Maurinus in Lützenkirchen. Und obwohl die jährliche Veranstaltung, die vorweihnachtliche Stimmung mit den Eigenarten der kölschen Mundart und Musik vereint, normalerweise in Bergisch Neukirchen stattfindet, ist der Saal proppenvoll. Rund 190 Gäste hatten sich eingefunden - und mehr Eintrittskarten hätte die Karnevalsgesellschaft noch verkaufen können.

Aber: "Wir machen das nicht, um Geld anzuhäufen", betonte KG-Vorsitzender Norbert Esser. Im Vordergrund stünde der Spaß der Mitglieder und Gäste. Und den sollten sie haben. Steickmann bringt die Leute mit ihren lustigen Geschichten über das Altwerden und die Emanzipation schnell auf ihre Seite, der Weg für die weiteren sechs, weitestgehend musikalischen Mitglieder des Kölner Kabarett-Ensembles "Medden us dem Levve" wurde ein einfacher. Vor zehn Jahren entschied sich Wolfgang Nagel dazu, eine völlig neue Richtung im Karneval einzuschlagen. Bis dahin bereits 37 Jahre in der fünften Jahreszeit aktiv, verbrachte er 15 davon im Festkomitee des Kölner Karneval - teilweise gar als Vizepräsident. "Für mich war irgendwann klar, ich muss aufhören, muss daraus", beschreibt er.

Wenig später gründete er mit drei Mitgliedern die Gruppe, die schnell wuchs - zum Beispiel durch Bassist Dirk Schnelle, der, wie er selbst sagt, "der wichtigste Mann auf der Bühne" ist. Einen Unterschied zwischen Kölner, Düsseldorfer oder auch Leverkusener Karneval erkennt Nagel übrigens nicht.

Wer nun glaubt, Weihnachten und kölsche Mundart passten nicht zusammen, der irrt. Viele nachdenkliche Töne stimmten melancholisch. So besitzt Steickmann einen "Koffer voll Erinnerungen", den sie öffnet, "wenn nix mehr lüpp", Man könne sich dann darin verlieren sagt sie, in dem Moment sei es ein Stück Himmel auf der Erde.

Quelle: RP
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